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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Machthaber und die Gemeinde für ihre Sache zu gewinnen, setzte sichSamuel b. Ali thatsächlich in den Besitz der religiösen und richterlichenMacht. Er ernannte selbstständig Rabbinen, Richter und andereFunctionäre, zog die Abgaben der Gemeinden an sich und lieferte denAntheil davon an die Staatskasse. Sein Jnsiegel wurde mehr respectirt,.als das der exilarchatischen Prätendenten. Reisende erhielten durchseinen Namen Schutz und Zutritt zu allen Sehenswürdigkeiten. Diepolitischen und Gemeindebeamten kannten nur Samuel b. Ali, denVorsteher des Lehrhauses, den Gaon von Bagdad. Er wußte aberauch seine Würde durch kräftige Mittel zu behaupten. SechzigSklaven waren stets seines Winkes gewärtig, um demjenigen dieBastonade zu geben, der ihnen von ihrem Herrn bezeichnet wurde. InBagdad besaß er ein palastähnliches Hans und in der Nähe der Haupt-stadt einen großartigen Lustgarten. Samuel b. Ali beherrschte alsodamals die jüdisch-asiatischen Gemeinden von Damaskus bis Indienund vom Kaspi-See bis Arabien. Als Curiosität galt seine Tochter,welche so gelehrt in Bibel und Talmud war, daß sie vor jungenLeuten Vorträge hielt, aber so, daß sie von den Zuhörern nicht gesehenwerden konnte Z.

Unter diesem Schulhanpte kamen Boten von einem heidnischenVolke, von den moschischen Bergen^), in Armenien (Tataren?), welchejüdische Religionslehrer für ihr Land wünschten, die das Volk imJudenthum unterrichten sollten, da sieben Fürsten die Annahme desjüdischen Bekenntnisses beschlossen hatten (um 1180 85). DerReisende R. Petachja aus Regensburg, welcher diese Nachrichten über-lieferte und ein glaubwürdiger Zeuge war, sah die Gesandten vonden moschischen Bergen mit eigenen Augen. Arme Gesetzeskundige

*) Petachja das.

2) Derselbe. Er giebt dabei an, daß die Boten von den sieben ie>r> 'oivjenseits der finstern Berge gekommen wären (. Altona. Bl. 6 »). DieGegend ist vielleicht die der ruontss raosdäsi. (vergl. Ritter,

Erdkunde L. u. a. St.). Was die Sache betrifft, so muß man wohl dieNachricht des Matthäus Paris hinzuziehen, daß ein Theil der Tataren undCumanen in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts als Juden be-trachtet wurden. Die Juden des deutschen Reiches wollten ihnen bei ihrenEinfällen in Deutschland heimlich Waffen zuführen: orsäsntss guoä xlsbsLurtaroruna st Euvas-noiurn ssssb äs Musis sorum (llnäusorrwa), guosäsus in raoiitUms Oasxiis guonäs-ia invlusit (stistoria raufor zumJahr 1241. London x. 584). Nachmani spricht ebenfalls von einem neuenVolke, das der Wahrheit des Judenthums näher, als die übrigen Nationensteht und im Anfang des sechsten Jahrtausends 1240 auftrat: nstnrw 'ope . 12 M nwill L'INVN 'L'w.n cstn (Commentar

zu Genesis 1. Ende). Nachmani kann nur dis Tataren im Sinns gehabt haben.