Die Juden in Arabien.
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war, hieß Daniel, Sohn des Salomo lChasdai fungirte um 1165bis 75), der bei den Chalifen Almnstangid und Almustadhi ebensoangesehen war, wie sein Vater bei Almnktafi. Unter Daniel erhobsich das talmndische Lehrhans von Bagdad zu einer Höhe, welche andie alten Zeiten der Amoräer und Gaonen erinnerte. Es verdanktseinen Aufschwung einem Manne, welcher berufen war, am Ansgangdes zwölften Jahrhunderts eine Rolle zu spielen. Samuel, Sohnjenes Rabbinen Ali Halevi von Bagdad (o. S. 243), der seinenStammbaum bis zum Propheten Samuel hinanfführte, besaß tiefeKenntniß des Talmud, wie nur wenige in Asien. Aber da er mitden Fortschritten des Talmndstudiums, wie es in den SchulenSpaniens und Frankreichs betrieben wurde, unbekannt war, so blieber am Buchstaben kleben und konnte sich nicht zu einem eigenenUrtheil darüber erheben. Samuel b. Ali hatte zwar auch einenAnflug von philosophischer Bildung, stand aber damit um drei Jahr-hunderte zurück, noch ganz auf dem Anfängerpunkte der Mutaziliten,wußte nichts von den Fortschritten Jbn-Sina's, Alghazali's und nichteinmal von der Höhe der Philosophie seiner spanischen Religions-genossen, von Jbn-G'ebirol, Jehuda Halevi und Abraham Jbn-Daud^.In seinem beschränkten Gesichtskreise war er nichtsdestoweniger aufsein Wissen sehr eingebildet, überhaupt hochmüthig und ehrgeizig. Esscheint, daß Samuel b. Ali den pomphaften Titel Gaon annahm, umauf diese Weise seinem Lehrhanse die Suprematie über die ganzeJndenheit zu verschaffen. Zweitausend Jünger wohnten seinen tal-mudischen Vorträgen bei; ehe sie aber zu seinen Vorlesungen zugelassenwurden, mußten sie sich Vorkenntnisse bei einem anderen Talmudistenangeeignet haben. Auf einer Art Thron, gekleidet in Gold undStickereien, saß Samuel b. Ali beim Vortrage und führte wieder diealte Weise ein, daß er nicht selbst zu den Zuhörern sprach, sondernzu einem Dolmetsch (Meturgeman), der das Vernommene erläuterte ^).Neben ihm gab es noch neun Männer, welche zugleich Vorträge hieltenund Recht sprachen. Aber Samuel b. Ali wurde zugleich als Appellations-richter betrachtet, und jeden Montag saß er zu Gerichte, umgeben vonden Neunmännern, die eine untergeordnete Stellung zu ihm einnahmen.
Als der Exilsfürst Daniel starb, glaubte Samuel die Zeit günstig,sich die höchste Würde und Macht über die asiatischen Gemeindenanzueignen. Daniel hinterließ nämlich keinen männlichen Erben, undum das Exilarchat stritten sich zwei Neffen, David und Samuel,beide in Moßul. Während diese sich aber Mühe gaben, die politischen
-st Maimuni, Mastat äs rssurrsotions sä. ^.rast. p. 129 a.
2) Petachja, Libnb.