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Geschichte der Juden.
zu setzen, sondern dem Seldschuckenheer Lebensmittel zu reichen, zugleichaber auch den Ghusen einen Wink von der ihnen drohenden Gefahrzu geben, damit sie gerüstet seien. In Folge dessen wurde Singar'sHeer, das weiter vordrang, von den türkischen Horden geschlagen, undder Führer selbst gerieth in deren Gefangenschaft, in der er drei Jahrezubringen mußte. Ein Jude von diesem freien Stamme, NamensMose, wurde in diesem Kriege von einem Perser verlockt, sein Vater-land zu verlassen und sich ihnen anzuschließen. In der HauptstadtJsfahan angekommen, wurde dieser Mose von dem schlauen Perserzum Sklaven erklärt. Bei Gelegenheit eines Wettschusses zeichnetesich Mose aber in der Handhabung des Bogens so sehr aus, daß ervor den Sultan geladen wurde. Dort fand er Gelegenheit, von dembetrügerischen Verfahren des Persers gegen ihn zu erzählen, erhieltseine Freiheit wieder und wurde reich beschenkt. Der Sultan eröffneteihm die Aussicht auf eine hohe Stellung, wenn er zum Islam über-treten wollte. Allein Mose blieb seiner Religion treu und erhielt dieTochter eines der angesehensten Inden von Jsfahan zur Frau *). —Die Gemeinde von Jsfahan zählte damals 15 000 Juden und anihrer Spitze stand R. Sar-Schalom, welcher vom Exilsfürsten zumRabbinen über sämmtliche Gemeinden Persiens ernannt war. In derzweiten persischen Stadt, in Hamadan, soll es 50000 Inden undin Schiras 10 000 gegeben haben. In der ehemaligen Stadt Susa,damals Tuster genannt, gab es (um 1170) noch 7000 Juden, welchean beiden Seiten des Flusses wohnten. Die Gemeinde hatte vierzehnSynagogen, und bei einer derselben zeigte man das Grab Daniels.Da nun auf der einen Seite des Flusses die Märkte der Stadt lagen,und die andere von allem Verkehr entblößt war, die Juden auf jenerSeite also wohlhabender waren, als die diesseitigen, so schrieben dieLetzteren ihre Armnth dem Umstande zu, daß sie nicht im Besitze desDaniel-Grabes seien, und verlangten dessen Sarg. Jene mochtenihn aber nicht freiwillig missen; es entstanden daher Fehden undblutige Kämpfe unter den zwei Gemeinden, bis eine Einigung zuStande kam, daß der Sarg abwechselnd ein Jahr in dem diesseitigenund das andere im jenseitigen Stadttheile weilen sollte. Mit vielemPomp, unter Begleitung der jüdischen und mohammedanischen Be-völkerung wurde die jedesmalige Uebersiedlung des Sarges bewerkstelligt.Als einst der Sultan Singar nach Susa kam und die Procession derUebersiedelnng gewahrte, fand er es unwürdig, die Gebeine des Frommensolchergestalt zu stören, und befahl, den Sarg in gleicher Entfernung
i) Benj. von Tudela x. 84 — 88.