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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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David Alrui.

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Alrui zu wenden, und ihn unter Androhung des Bannes von seinemPlane abznbringen. Auch die Vertreter der Gemeinde von Moßul,Sakkal, und Joseph Barihan Alfalach, schrieben ihm in demselbenSinne, bis endlich der mohammedanische Befehlshaber von Amadia,dem am Meisten daran lag, sich seiner zu entledigen, den Schwieger-vater des Alrui gewann, ihn schnell aus dem Wege zu räumen.Dieser tödtete ihn im Schlafe, und damit hatte die Bewegung einEnde. Der Sultan verhängte aber eine Verfolgung über die Indenderjenigen Länder, welche Alrui anhingen, und es kostete dem Exils-fürsten Mühe, dessen Zorn durch hundert Talente Goldes zu be-schwichtigen. Wie es in der Regel geht, daß ein Messias nach seinemTode erst recht Glauben und Verehrung erwirbt, so hingen auch vieleJuden der Gemeinden von Khoj, Salmas, Taris und Maragha inAdherbaig'an dem getödteten Alrui an, nannten sich Menahemistenund schwuren bei seinem Namen.

Ein unabhängiger, kriegerischer jüdischer Stamm wohnte damalsöstlich von Taberistan in der Landschaft Chorasan ans dem Hoch-gebirge bei Nischabur. Dieser Stamm zählte viele Tausend Familienund wurde von einem jüdischen Fürsten Namens Joseph AmarkalaHalevi regiert. Diese Juden von Nischabur hielten sich für Ab-kömmlinge der Stämme Dan, Zebnlon, Ascher und Naphtnli. Sietrieben Viehzucht in den Thälern und an den Bergabhängen, waren guteBogenschützen, hatten in ihrer Mitte talmudkundige Männer undstanden in Bündniß und friedlichem Verkehr mit den türkischen Hordender Ghirsen, welche an den Ufern des Oxusflusses zwischen Balch undBochara hausten, öfter Kriegszüge machten und der Schrecken dercivilisirten Völker waren. Als die Ghusen einst wieder Verheerungenangerichtet hatten, unternahm der Seldschukensultan Singar Schahin-Schah eine Expedition gegen sie (1l53). Sein Heer verlor aber denWeg in den Wüsteneien und verminderte sich durch Hunger undErschöpfung von Tag zu Tag mehr. Endlich kam Singar in dasGebiet der freien Juden und verlangte von ihnen Nahrungsmittelund freien Durchzug zum Gebiet der Ghusen. Die Juden entgegnctendarauf, sie seien Niemandem weiter Gehorsam schuldig als ihremeigenen Fürsten und seinen Bundesgenossen, den Ghusen, und siewürden deren Feinde als ihre eigenen Feinde behandeln. Schonrüsteten sie sich zum Kampfe, als Singar ihnen melden ließ, wennsie seine Wünsche nicht befriedigten, würde er bei seiner Rückkehrsämmtliche Juden seines Landes hinrichten lassen. Diese Drohungmachte Eindruck. Die Führer der Juden gingen darüber zu Rathe,und der Beschluß war, das Heil der fernen Brüder nicht auf's Spiel