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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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David Alrui.

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Zeit viel von sich reden gemacht und gab in neuerer Zeit einerpoetischen Feder Stoff zu einem aumuthigen Roman.

Dieser junge Mann aus Amadia, von schöner Gesichtsbildung,Hellem Geiste und hohem Mnthe hatte sich in Bagdad unter demExilssürsten und Ali tiefe Kenntnisse in Bibel und Talmud, sowiein der arabischen Literatur angeeignet. Bei seiner Rückkehr nach Amadia,das seine Vaterstadt gewesen zu sein scheint, staunten nicht bloß dieJuden seine Kenntnisse an, sondern auch der Befehlshaber der Stadt,Namens Zain-Eddin faßte eine solche Zuneigung zu ihm, daß eroft mit ihm verkehrte. Die gewaltigen Kriegsunruhen in Asien, diein Folge der Schwäche des Chalifats und der Kreuzzüge die Länder-strecken bis nach Kleinasien zum Tummelplatz der verschiedenstenVölkerschaften machten, die Getheiltheit der Regierung zwischen demschwachen Chalifen, seinen Wesiren und Feldherrn, dem SeldschukischenSultan, dem Atabeken (militärischen Erzieher des Prinzen) und denEmiren, von denen jeder eine eigene Rolle spielte und ans Eroberung undVerstärkung ausging, die Leichtigkeit, mit der sich untergeordnetePersonen, wie Nureddin und Saladin, zu gewaltigen Eroberungenemporgesckiwnngen, dieses Alles ermuthigte David Alrui, seinerseits einepolitische Rolle zu spielen. Er wollte aber seine Stamm- und Religions-genossen, von denen manche in seiner Nähe kriegstüchtig waren, zuBundesgenossen für seinen Plan gewinnen. Dieses vermochte er nur,wenn er nationale Gefühle wach rufen konnte. David oder Menahemb. Salomon (wie er auch genannt wurde) erließ daher einen be-geisterten Aufruf an die Juden Asiens, er sei von Gott erweckt, sievom Joche der Mohammedaner zu befreien und nach Jerusalem zuführen. Zu diesem Zwecke sollten sie ihn unterstützen, mit den Völker-schaften Krieg zu führen. Er machte auf gewisse Zeichen der Zeitaufmerksam, welche dem Unternehmen einen günstigen Erfolg versprachen,scheint sich aber durchaus nicht als Messias ausgegeben zu haben.Zunächst hatte es David Alrui ans die feste Burg in Amadia abgesehen,die ihm als Stützpunkt für seine Unternehmungen dienen sollte. Zndiesem Zwecke schrieb er an die Inden Adherbaig'ans, Moßnls undBagdads, sie sollten in großen Massen nach Amadia kommen, undunter ihren Gewändern sollten sie Schwerter oder andere Kriegswerk-zeuge tragen. In Folge dessen trafen sehr viele Inden, welche ihnfür den verheißenen Messias hielten, zu einer bestimmten Zeit mitverborgenen und gewetzten Waffen in dieser Stadt ein, und der Be-fehlshaber schöpfte Anfangs keinen Verdacht, weil er glaubte, diesegroße Menge sei von dem Rufe Alruis als Gelehrten angezogenworden.