Die Juden im Chalifat.
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Synagoge störte, in seinem Amte hindern zu wollen *). Der ChalifeMohammed Almuktafi (1136 — 1160), selbständiger als seinVorgänger, hatte einen angesehenen und reichen Juden Salomo(Chasda'i'?2) liebgewonnen, räumte ihm wieder die Würde des Exil-archats ein und ernannte ihn zum Fürsten über sämmtliche Inden desChalifats. Der Exilsfürst durfte sich mit fürstlichem Gepränge umgeben,auf einem Rosse reiten, seidene Stickereien und einen Ehren-Turbantragen, von einer Ehrenwache sich begleiten lassen und ein officiellesJnsiegel führen. Erschien er öffentlich oder begab er sich zur Audienz,so war Jedermann gehalten, Juden und Mohammedaner, vor ihm auf-zustehen, bei Strafe der Bastonade; ein Herold ging vor ihm her mitdem Rufe: „Machet Platz für unfern Herrn, den Sohn Davids."Der Exilarch ernannte und bestätigte die Rabbinen, Richter und Vor-beter im Gebiete des Chalifats von Persien bis nach Chorasan und demKaukasus hin und bis nach Jemen, Indien und Tibet. Er bestelltediese Beamten durch ein Diplom, mußte aber dafür Ehrengeschenkebekommen. Jeder Jude in diesen Ländern war verpflichtet, ihm eineKopfsteuer zu zahlen; außerdem hatte er Einnahmen von Marktplätzenund Waren. Einen Theil davon mußte der Exilsfürst jedoch demChalifen abliefern. So erhob sich das Exilarchat wieder zum Glanzeder Bostanaischen Zeit. — Auch ein bedeutendes Lehrhaus für dasTalmndstudium entstand wieder in Bagdad, dessen Vorsteher sich wiederden Titel Gaon beilegte. Isaak Jbn-Saknai, der gegen Ende deselften Jahrhunderts von Spanien nach dem Orient eingewandertwar (o. S. 63), scheint das Interesse für die talmudische Gelehrsamkeitin diesen Kreisen wieder geweckt zu haben. Der Exilarch Salomo(Chasda'i?) war selbst gelehrt im Talmud. Vorsteher des Lehrhauses,welches wieder eine zahlreiche Zuhörerschaft hatte, war damals R. Ali.— Die Stadt Akbara im Kreise Bagdad's hatte 10000 Juden, abersie hatte keine besondere Bedeutung.
Die Gemeinde von Moßul war noch bedeutender, als die zuBagdad. Sie zählte beinahe 7000 Familien Diese Stadt wurdedurch den Helden Zenki, den Vater des großen Nureddin — beideder Schrecken der Christen — zur Hauptstadt erhoben, und da Zenkikein Feind der Inden war, so genossen sie unter ihm ausgedehnteFreiheiten. Die arabischen Geschichtsschreiber erzählen folgendenZug von ihm. Als er einst mit seinem Heere nach der Stadt G'esirad-ul-Omar (am oberen Tigris) kam, wo 4000 jüdische Familien wohnten,
st Jbn-Alathir schwedische Uebersetzung II. x. 352.
2) Vergl. Note 10.
st Beide Touristen übereinstimmend