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Geschichte der Juden.
Stadt, im Westen des ehemaligen Zionsberges. Zwischen 1169 und 1175wurden sie sämmtlich bis auf einen Einzigen daraus vertrieben(wahrscheinlich unter dem unmündigen und aussätzigen SchattenkönigBalduin IV.), und dieser Einzige mußte die Färbereipacht mit hohenSteuern bezahlen fl. Die in Laster versunkenen Christen Jerusalemsglaubten, die heilige Stadt werde durch die keuschen Juden entweihtwerden. In Askalon wohnten damals 300 Samaritaner- und 40 Karäer-Familien. In Cäsaräa, das früher mehrere Tausend Juden beherbergte,wohnten damals nur 10 jüdische Familien, aber 200 Samaritaner.Von dieser Sekte wohnten auch viele in ihren Stammsitzen Samariaund Na plus (Sichem), aber kein rabbanitischer Jude unter ihnen.Kleinere Gemeinden von 50 gab es in Tiberias und Ulamma,20 in Giskala, 22 in Betlehem, in den übrigen Städten zu dreiund eine Familie. So war das Erbe Israels Fremden zugewendet.Die jüdischen Bewohner Judäas vegetirten mehr, als daß sie lebten'nicht einmal das Talmudstudium wurde von ihnen gepflegt. NurAkko hatte einige Talmudgelehrte, einen R. Zadok und R. Jephetb. Elia, die wohl Eingewanderte waren. Ueberhaupt siedelten geradein dieser Zeit viele Juden aus Europa und namentlich aus Südfrankreichnach Palästina über, und diese genossen vermöge ihrer geistigen Ueber-legenheit über die jüdischen Urbewohner eine solche Anerkennung, daßsie diesen den Brauch aufuöthigten, das Neujahrsfest zweitägig zufeiern, welches sie bis dahin seit uralter Zeit gleich den übrigen Festennur eintägig zu begehen pflegten fl.
Sähe mau lediglich auf die Menge und äußerliche Geltung undnicht auf die Geisteskraft, so müßte man den asiatischen Landstrich anden Zwillingsflüssen Euphrat und Tigris als Hauptsitz des Juden-thums ausehen. Hier gab es noch immer Gemeinden, die zn Tausendenzählten. Die ehemaligen akademischen Städte Nahardea, Sura,Pumbadita waren zwar verschwunden, an ihrer Stelle hatten sich aberdie Gemeinden von Bagdad und Moßul (Neu-Ninive genannt)zu tonangebenden für ganz Asien erhoben. Die Bagdadcr Gemeindezählte 1000 jüdische Familien fl mit vier Synagogen und lebte inunangefochtener Ruhe, wie in den besten Zeiten des Chalifats. Sofrei fühlten sich die Juden dieser Gegend damals, daß sie es wagendurften, den mohammedanischen Ausrufer in einer Moschee in Madain(unweit Bagdad), welcher das Gebet der Juden wegen der Nähe der
fl Folgt aus Vergleichung der Angaben bei Benj. von Tudela und beiPetachja, vergl. Charisi a. a. O. Pf. 28.
fl Serachja Halevi in Naor zu 4om ll?ob. I.
fl Beide zeitgenössische Touristen geben dieselbe Zahl an.