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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden,

waren die geschicktesten Seiden- und Purpurfabrikanten von ganzGriechenland. Es gab unter ihnen auch viele Talmudkundige, sienur die Gelehrten der Hauptstadt als Ebenbürtige anerkannten. DieJuden Constautinopels wohnten in der Borstadt Pera, in einem ab-geschlossenen Ghetto, das Stenon oder Stanor hieß; es gab unterihnen reiche Kaufleute, Seidenfabrikanten und Talmudgelehrte. EineMauer trennte die Rabbaniten von der karäischcn Gemeinde inConstantinopel.

Wenn das byzantinische Reich in seiner Blüthezeit unter Justinianund Alexius die Juden verachtete und demüthigte, so war es in seinerSchwäche und Hinfälligkeit, als es in den letzten Zügen röchelte, nichtmilder gegen sie gestimmt. Der Grundsatz, welcher in das Gesetzbuchausgenommen wurde: die Juden und Ketzer sollen zu keiner Kriegs-charge, zu keinem Amte zugelassen, sondern aus's äußerste verachtetwerden (B. V. ^S. 18), ist unter allen wechselnden Gesetzen dieseslaunenhaftesten aller Reiche am meisten streng und consequent aus-geführt worden. Die reichen und armen, die guten und schlechtenJuden wurden von den Griechen gleicherweise auf's Tiefste gehaßt.Kein Jude durfte ans einem Rosse, dem Zeichen des freien Mannes,reiten; nur ausnahmsweise gestattete es der Kaiser Emanuel seinemLeibarzte, Salomo demEgypter. Der erste beste Grieche durftesich herausuehmen, Juden öffentlich zu mißhandeln, oder gar sie alsSklaven zu behandeln; das Gesetz schützte sie nicht. Das von jehergeldgierige Byzanz legte ihnen die drückendsten Steuern auf. Sieerduldeten diese beschimpfende Behandlung mit Märtyrerglcichmuth,waren darum nichtsdestoweniger mildthätig gegen Arme und reich anTugenden Z. Aber der Geistespflege konnten die griechischen Judennicht obliegen. Nicht einer ihrer Talmudkundigen hat seinen Namendurch irgend ein Werk verewigt. Wohl gab es unter ihnen hebräischeVerskünstler, aber ihre Dichtungen waren unschön,hart wie Laststeine,ohne Geschmack und Duft".Sie waren nicht eigen in der Wahl derWörter, vermischten Blumen mit Dornen, Perlen mit gemeinen Steinen,Weizen mit Unkraut." So urtheilt der sinnige und unparteiischeKunstrichter Charisi von den jüdisch - griechischen Dichterlingen der Zeit.Nur den Versen eines einzigen jüdischen Dichters M ichael b. Kalebvon Theben gesteht er einige Anmnth zu und erklärt es daraus, daßderselbe die Verskunst in Spanien erlernt hatte').

In Kleinasien, Syrien und Palästina konnte die jüdische Ein-wohnerzahl einen statistischen Maßstab abgebeu für das Berhältuiß

st Benj, von Tudcla und Charisi Dnollksiuoni Pforte 18.

st In 1s.olltrsmolü Pforte 18.