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Geschichte der Juden.
genossen sie Gleichberechtigung mit den Christen und wciren amts-fähig. Ein Günstling, Minister und Admiral des Königs Rogervon Sicilien, Namens Philipp, hatte eine Zuneigung zum Juden-thum und besuchte öfter die Synagogen, spendete Oel für derenBeleuchtung und lieferte überhaupt Gelder zur Bestreitung der Ge-meindebedürfuisse Z. Samen einer höher» Cultur waren damalsvielfach in Italien ausgestreut in Folge der engen Verbindung mitdem Morgenlande während der Kreuzzüge und der Einwanderungder Griechen und Araber ins Königreich Neapel. Die Juden, welcheeine besondere Gewandtheit haben, sich fremde Sprachen anzueigneu,sprachen auch, neben der Landeszunge und dem Hebräischen, dasArabische und Griechische"). Ter geniale Jbn-Esra hat durch seinenAufenthalt in Rom, Lucca, Mantua und anderswo eine höhere Auf-fassung der heiligen Schrift und des Judenthums gelehrt. SeinJünger Salomon b. Abraham Parchon aus Calatajud hielt sicheine Zeitlang in der Universitätsstadt Salerno auf und gab sichMühe, die Italiener mit den Ergebnissen der hebräischen Sprach-forschung und der Bibelexegese bekannt zu machen, „weil sie gar sounwissend in diesen Fächern waren," und verfaßte zu diesem Zweckeein hebräisches Lexikon (1160 ^). Aber alle diese Anregungen warenfür die italienischen Inden ohne Wirkung. Sie blieben in ihrer Un-wissenheit, und die jüdische Literaturgeschichte hat bis zur zweitenHälfte des dreizehnten Jahrhunderts auch nicht das geringste Zeugnißeines Schriftstückes von einem italienischen Juden anfzuzählen. DasLand, von welchem später die Verjüngung der neuhebräischen Poesieausging, hatte in dieser Periode nicht einen hebräischen Dichter auf-zuweisen, wenn nicht etwa ein Joab b. Salomo in Rom identischist mit dem Dichter Joab, von dem mehrere liturgische Gebetstückevorhanden sind, die nicht ganz der Schönheit entbehren^).
Dem Umstande, daß die nord- und mittelitalischen Städtegrößtentheils Handel trieben, ist es Wohl zuzuschreiben, daß sie nichtso zahlreich von Juden bevölkert waren, als die süditalischen. Die
') Uomnaläus Lalsirribarms Ollroniaon bei Nurabori rsrnm ibali-oarnm sarixtorss 1. VII. p. 194: L^naAvAas ms.1iAria.rwi.niii t'rsgnsrwiusvisitabat (ptiilixxns UoAsri UniniaUus) sb sis olsnm aä ocmainiiariüs.iuminäria sb gnas srab nsosssaria ministrabat.
2) Folgt aus Zidkija's Lvbibols Uslrst Ns. mitgetheilt in Zion l. x>. 110Note 21.
3) Naolibsrsb lla-^rnoll (herausgegeben von S. G. Stern, Prehburg1843), vergl. Einl. und Schluß des Werkes.
U Vergl. darüber Zunz' Analekten in Geiger's Zeitschrift III. Sachs,religiöse Poesie der Juden in Spanien 329 und Landshut, ^.mucis L.bocls.1. 81.