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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Juden in Italien.

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waren geehrt und hatten keinerlei Abgaben, keine Judeustener, zuleisten i). Alexanders günstige Gesinnung für die Inden zeigte sichbesonders in den Beschlüssen des großen Concils in der Lateran-kirchc (1179),' bei welchem mehr als 300 Kirchenfürsten anwesendwaren. Mehrere judenfeindliche Prälaten gedachten bei dieser Ge-legenheit gehässige Gesetze gegen das Haus Jakob durchznsetzen. DieInden, welche Kunde von dem feindseligen Geiste hatten, lebten inbanger Besorgniß, und in vielen Gemeinden wurde ein dreitägigesFasten und Beten angeordnet, damit der Himmel die Bosheit derMenschen vereitele. Was im Innern der großartigen Kirchenver-sammlung vorging, hat das Ohr der Geschichte nicht vernommen.Aber die endgültigen Beschlüsse legen Zengniß ab, daß der mildeSinn der Duldung den Sieg über die Verfolgungssucht davon getragenhat. Verboten wurde den Inden ans diesem Concil lediglich, christlicheDienstboten zu halten, oder eigentlich nur ein altes Kirchenverbot er-neuert. Dagegen wurde besonders hervorgehoben, daß sie nicht mitGewalt zur Taufe geschleppt, nicht ohne richterliches Urtheil an-gegriffen, nicht beraubt und nicht in ihren religiösen Feierlichkeitengestört werden dürfen. Die Beschränkung eines Rechts der Inden,daß fortan auch Christen znm Zengniß gegen Juden zugelassen werdensollten, was gewiß nur billig ist, wurde durch Gründe entschuldigt:Denn es sei doch nicht in Ordnung, daß die Juden, welche eigentlichden Christen unterthänig sein sollten und nur aus reiner Menschen-liebe geduldet werden, in diesem Punkte einen Vorzug vor den Christengenießen sollten, da doch ihr Zengniß gegen Christen Gültigkeit hat^j.Wie sehr sticht diese Auseinandersetzung ab gegen jenes byzantinischeGesetz und den Beschluß des westgothischen Concils, daß die Judenkein Zengniß gegen Christen ablegen dürfen! Nicht etwa war derGeist der Kirche in dem halben Jahrtausend milder geworden, sonderndie Juden hatten sich Achtung abgernngen, und darum wagten dieVertreter des Christenthnms nicht, den Satz zu wiederholen:Nichtkann der wahrhaft sein gegen Menschen, der gegen Gott, d. h. gegenden christlichen Gott, ungläubig ist."

In Süditalien, im Neapolitanischen und auf der Insel Sicilienunter der Normannenherrschaft, waren die Juden noch weniger be-schränkt. Roger II. und Wilhelm II. bestätigten ihnen ausdrücklichdas Privilegium, daß sie, ebenso wie die Griechen und Saracenen,nur nach ihren Gesetzen gerichtet werden dürfen ^). In Messina

') Benjamin von Tudela. ^ Note 1, IV.

Vergl. Ersch und Grubcr, allgemeine Encyclopädie Lsotäo II. B. 27,S. 142. Raumer, Geschichte der Hohenstaufen III. 486.