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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Der Minnesänger Süßkind von Trimberg.

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Süßkind dichtete auch einen deutschen Psalm:

König Herr, hochgelobter Gott, was Du vermagst,

Du leuchtest mit dem Tags und dunkelst mit der NachtDavon die Welt viel Freude und Ruhe hat'").

Er schildert den markdnrchbohrenden Gedanken an Tod und Vergehen,ironisirt sich selbst in seiner Armnth und verschreibt eine Tugend-Latwerge. Einst schienen es ihn die Edelleute, deren Brod er,bitter empfinden zu lassen, daß er als Jude nicht zu ihrem ans-erwählten Kreise gehörte. Seinen Unmuth darüber brachte er inschöne Verse, womit er dem Dichten Lebewohl sagt:

Ich war auf der Thoren FahrtMit meiner Kunst zwar,

Daß mir die Herren nicht wollen geben,

Da ich ihren Hof will fliehen,

Und will mir einen langen BartLassen wachsen mit grauen Haaren,

Ich will in alter Juden LebenMich fortan vorwärts ziehen,

Mein Mantel der soll sein lang,

Tief unter einem Hnte,

Demüthiglich soll sein mein Gang,

Und selten mehr singen höflichen Sang,

Seit mich die Herren scheiden von ihrem Gute'").

Beim besten Willen konnten die Juden die deutsche Poesie nichtpflegen, da die jüdischen Dichter statt des Lorbeers Fußtritte hin-nehmen mußten. Ans sich selbst und ihren Kreis angewiesen, stumpftesich ihr Ohr für den Wohllaut der Sprache ab, und wer weiß, obdie deutsche Poesie dadurch nicht eben so viel verloren hat.

^) Künik herre, hochgelopter Got, waz Du vemaht,

Du liutest mit dem Tage unt vinsterst mit der naht,

Da von diu weit vil vröude unt rouwe hat.

2) Ich war uf der toren vart

mit miner künste zwore,

Daz mir die Herren nicht wullent geben,

daz ich ir Hof wil vliehn,

und wil mir einen langen bart

lan wachsen griser hare,

ich wil in alter Juden leben

mich hinnan vürwert ziehen,

Min mantel der soll wesen lang

tief unter einem huste,

demueteklich sol sin min gank,

nnt selten me gestrigen hovelichen sank

fit mich die Herren scheident von ihr guote