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Geschichte der Juden.
unterstützten einander und die zugewanderten Fremden mit Allem,was sie besaßen Z; die Religion und der Zusammenhalt der Gemeinde-glieder waren die Säulen, an die sich die Schwachen anlehnen mußten;sie waren aber ohne Schwung und ohne Sinn für irgend einenWissenszweig. Die einzige Beschäftigung derer, welche gewecktenGeistes waren, blieb das Talmudstudium; aber auch darin folgten sienur der von Raschi und den Tossafisten angebahnten Richtung, ohnedarüber hinauszugehen. Diejenigen, welche neben der Geistesschärfungauch ihrem Gemüthe geistige Nahrung geben wollten, vertieften sich ineine Art Geheimlehre, deren Sinn und Bedeutung aber uns ver-schlossen ist. Die namhaften, deutschen Talmudisten in dieser Zeitwaren R. Elieser b. Samuel von Metz aus R. Tam's Schule, einTossafist, der das Bedürfniß fühlte, die jüdische Sittenlehre zu behandelnund die talmudischen Satzungen wieder an die Bibel anzukuüpfeu. Indiesem Sinne verfaßte er sein Werk (Löksr cksroi'w), das nur un-vollständig abgedruckt ist^); R. Baruch b. Isaak aus Worms, einJünger des Tossafisten R. Isaak des Aeltern (o. S. 210), der einpraktisches Werk für die talmudischen Ritualgesetze mit vieler Gründ-lichkeit und Klarheit verfaßte (1195—1200 Endlich R. Jehudab. Samuel der Fromme (Im-OImosiä) aus Worms (st. 1226 ^), dergleich seinem Vater sich mit Mystik beschäftigt und ein Werk darüberverfaßt hat. Aus einer unbekannten Ursache verließ er seinen Geburts-ort und wunderte nach Regensburg. Jehuda der Fromme warliturgischer Dichter, aber seine Poesien haben keinen besonder;: Werth.— Einen guten Klang hatte in dieser Zeit Ephraim b. Jakobvon Bonn (geb. 1132, st. um 1200), der zwar nicht Rabbiner vonBeruf war, aber darum nicht weniger vertraut mit dem Talmud
Benjamin von Tudela, Itinsraräura gegen Ende.
ch Vergl. Asulai snb voos.
b) Lstsr bu-Dsrurnab vergl. Hilobob ^.boäa Lars, Ho. 135, worausdie Zeit der Abfassung folgt.
U Vergl. Landshut ^.rnnäs ^.bocis, I. 776. Fälschlich schreibt man ihmdie Abfassung des 8stsr Obnssiäirn zu (s. o. S. 2l5). Auch die Abfassungder Hymnen Lobär ba-ckiobnck gehört weder ihm noch seinem Vater an, dennsie setzen die Kenntniß des saadianischen Drnnnot voraus, das erst von JehudaJbn-Tibbon oder gar noch später von Berachja Nakdan inS Hebräische über-setzt, damals noch nicht nach Deutschland gedrungen sein konnte. Der Zeit-genosse Nachmani's, Mose b. Chasdai T aku (dessen Lstsb spnratrn jetzt ver-öffentlicht ist, bisobmacl III. 58 — 59, das älteste Zeugniß darüber)
bemerkt, daß ein Theil des Lobär bs,-lliobnä von einem R. Samuel verfaßtsei (81). Derselbe hält viele Verse darin für Lästerung. Unmöglich könnensich die deutschen Mystiker von Worms und Regensburg so hoch verstiegenhaben.