Druckschrift 
6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Rundblick. (Fortsetzung.)

Die Juden in Deutschland und ihr Verhältnis! zu den Kaisern. Die Kammer-knechtschaft. Dis letzte Spur ihrer Selbstständigkeit. Die Verfolgungen.Die rabbinisch-deutsche Schule; Elieser von Metz. Jehuda der Frommevon Regensburg. Der Martyrologe Ephraim von Bonn. Der Minne-sänger Süßkind von Trimberg. Petachja, der Tourist. Die JudenItaliens. Papst Alexander III. Die Juden im byzantinischen Reiche.Die Gemeinden in Syrien und Palästina. Die Bagdader Gemeinde.Das erneuerte Exilarchat. Der Exilsfürst Samuel Chasdai. Die MoßulerGemeinde. Die kriegerischen Juden in Adherbeig'an. Der PseudomestiasDavid Alrui. Die kriegerischen jüdischen Stämme um Nischabuhr. DieGemeinde von Susa und das Daniel-Grab. Die Juden in Indien. Diefreien jüdischen Stämme in Arabien. Der Exilsfürst Daniel und dasSchulhaupt Samuel b. Ali. Tartaren als jüdische Proselyten. Das Grab-mal des Propheten Ezechiel als Wallfahrtsort. Esra's Grabmal. Diezum Islam abgefallenen Juden, Nathanael Hibat-Allah Abulbarkat,Isaak Jbn-Esra und Samuel Jbn-Abbas. Die Karäer; Jephet b. Said.Die egyptischen Gemeinden und ihr Oberhaupt (UaZIct); Nathanael Hibat-Allah Algami. Die karäischen Gemeinden in Egypten. Die Mose-Synagogein Dinmh.

1171 1205 .

Etwas besser daran als die Juden Frankreichs und Englandswaren die des damals weit ausgedehnten deutschen Reiches. Diedeutschen Völker, von Natur religiöser und darum auch fanatischerals die Franzosen und andere Romanen, machten ihnen zwar öfterdas Leben zur Höllenqual; aber da Kaiser und Fürsten ihnen zurSeite standen, konnte der Haß gegen sie nicht durchgreifend wirken.Durch den Beistand, den ihnen Heinrich IV. im ersten und Konrad III.im zweiten Kreuzzuge, so viel in ihrer Macht stand, leisteten, bildetesich die Meinung, daß der deutsche Kaiser Schntzherr der Juden sei,daß wer sich an ihnen vergreife, gewissermaßen eine Verletzung derMajestät begehe, und daß sie dafür seine und des Reiches Kammer-knechte seien. Friedrich Barbarossa, der mächtigste deutscheKaiser, der sich Karl den Großen zum Muster nahm, hat wohl zuerstdiese Umwandlung der freien Juden in Kammerknechte begonnen U.

st Die Zeit läßt sich allerdings nicht sixiren, vergl. Stobbe, Juden inDeutschland während des Mittelalters S. 11. 2Ü1. Aber da in England dieKammerknechtschaft bereits im 12. Jahrhundert ausgebildet war, und da die