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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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216 Geschichte der Juden.

Innigkeit und kindlich reiner Sittlichkeit, aber auch voll von verkehrtenWeltanschauungen und wüstem Aberglauben. Sie spiegelt den Geistjener Zeit treu ab, jene religiöse Aengstlichkeit, die sich bei jedemSchritte scheu bedenkt, ob sie nicht damit eine Sünde begehe oder zueiner Sünde Anlaß gebe, jene düstere Stimmung, welche in jedernatürlichen Regung die Anreizung des Satans erblickt, jenen Kleinlich- >keitsgeist, der jeden noch so geringfügigen Vorgang als etwas Bedeutungs-volles behandelt. Neben Sätzen, deren sich Weltweise nicht zu schämen <

brauchten, kommen in diesemBuche der Frommen" Abgeschmacktheiten s

vor, welche nur die Verkümmerung aller Lebensverhältnisse, wie sie i

seit Philipp August die Juden Frankreichs empfanden, erzeugen konnte.

Hier kommt eine Bemerkung vor:Schamgefühl und Treue sind ein z

unzertrennliches Zwillingspaar; stirbt das Eine, stirbt das Andere >

auch nach" st. Es wird eingeschärft, in der Askese nicht zu weit zu .1

gehen:Der Fromme soll nicht sagen: weil Neid, Gelüste und Ruhm-sucht zur Sünde führen, will ich mich ganz fern davon halten, willweder Fleisch, noch Wein genießen, will schöne Wohnung, anständigeKleidungen meiden, will wie die Mönche einen groben Anzug tragen.

Auch das ist ein schlechter Weg, und der ihn geht, ist ein Sünder" st.

Fragt dich ein des Hebräischen Unkundiger oder eine Frau, wiesie beten sollen, so eröffne ihnen, daß sie es in der ihnen verständlichenSprache thnn mögen; denn das Gebet hat nur Werth, wenn dasGemüth es erfaßt; welchen Nutzen hat ein solches, von dem das Herznicht weiß, was der Mund spricht" st?Wie gegen den Glaubens-genossen, so sollst du auch redlich gegen den Christen handeln; hatdieser sich geirrt, sollst du ihn darauf aufmerksam machen, damitGottes heiliger Name nicht durch dich entweiht werde" st. Ist ein sJude Zolleinnehmer und fordert den Christen mehr ab, so wird sein LoosVerarmung feinst. Der Fromme soll weder gegen Juden, nochgegen Christen sich eines lügenhaften Vorwandes bedienen, nicht einmaleinem unsichern Borger zu sagen, er sei nicht im Besitze von Geld st. !

Gott steht den Bedrängten bei, seien sie Juden oder Christen;darum soll man den Christen eben so wenig etwas entwenden, wieden Juden st. Bedroht ein Jude das Leben eines Christen, so sollder dabei stehende Jude dem Gefährdeten beispringen und allenfallsden jüdischen Mörder todtschlagen st. Wucherer, solche, die Gelb-st 8. OUassiäim Nr. 120.

st Das. Nr. 52. st Das. 588 und 788.

st Das. 395. st Das. 425.

st Das. 426, 979. st Das. 6, 61. st Das. 1022. i

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