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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

man sie nicht gern mißte, allein sie erlagen tausendfachen Plackereien,und sie verkümmerten dadurch sittlich. Sie waren ans Gelderwerbenangewiesen und suchten sich davon so viel als möglich anzueignen, umihre Peiniger befriedigen zu können. Die Geistlichen schürten den Haßgegen die Inden immer mehr an und schlossen sie wie Aussätzige ausder christlichen Welt aus. Bischof Odo von Paris, welcher kanonischeConstitutionen erließ (1197), verbot den Christen, von Inden Fleischzu kaufen, mit ihnen zu disputiren und überhaupt Umgang mit ihnenzu haben i). Die Uebertrcter sollten der Excommunication verfallen.Wäre nicht das Talmudstudium eine glühende Leidenschaft der nord-französischen Juden gewesen, so wären sie Wohl so schlecht geworden,wie sie ihre Feinde gewünscht und geschildert haben; der Talmudeinzig und allein bewahrte sie vor verthierter Selbstsucht und vorsittlicher Fäulniß.

Drei Männer vertraten das Talmudstudium in Nordfrankreichnach dem Tode Jsaak's des Tossafotsammlers (um 1200), die ausdessen Schule hervorgegangcn waren: Zehn da Sir Leon b. Isaakder Fromme (bn-6Imsiä) in Paris (geb. 1166, st. 1224"), Simsonb. Abraham in Sens (st. vor 1226 ^), und sein Bruder, Isaakder jüngere (Umba) in Dampierre. Alle drei trugen in den Lehr-hänsern den Talmud in hergebrachter Weise vor, entschieden die ansie ergangenen religiösen Anfragen und arbeiteten eigene Tossafot aus,von denen die Simson's sich als eine eigene unter dem Namen Sens-Tossafot erhalten haben. Eine eigene Richtung haben diese dreiRabbiner Nordfrankreichs nicht eingeschlagen, für Wissenschaft undPoesie hatten sie keinen Sinn, die heilige Schrift kannten sie nur imLichte der agadischen Anslegungsweise. Die Bestrebungen des Menahemb. Chelbo, des Joseph Kara, des Samuel b. Mel'r, seines BrudersR. Tam und des Joseph Bechor-Schor aus Orleans, der, einJünger R. Tam's, sich von der agadischen Schriftauslegung fern hieltund die Exegese nüchtern behandelte, hatten keinen Einfluß ans siegeübt. Ihre ganze Weisheitsquelle war der Talmud, was darüberhinausging, das kannten oder beachteten sie nicht. Simson aus Senserläuterte nach seiner Auswanderung nach Palästina (nach 1211)einige Theile der Mischnah ^), so weit ihr die talmudische Ergänzung

si Llansi oonsilia R. XXII. x>. 683, 85. 2 ) S. Note I. III.

2) Er starb nämlich vor dem Tode Joseph b. Aknin's, wie aus AbrahamMaimuni's Milchamot S. 16 hervorgeht. Heber ihn und seinen Bruder vergl.Zunz, zur Literatur S. 34 f.

st Vergl. Frankel, Ourvlls lla-NisOllnall 329 f. Der zu ?sall I. 6. er-wähnte Brief ist vielleicht der in Ooäivso äs Lossi erwähnte Brief Simson'san R. Me'ir (Nr. 772, 7).