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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Märtyrer von Bray.

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sämmtlich bemächtigen und stellte ihnen nur die Wahl zwischen Todund Taufe. Die Gemeinde von Bray war aber nicht einen Augen-blick zweifelhaft, was sie vorziehen sollte. Die Mitglieder ermuthigteneinander, lieber durch die Bruderhand als durch Henkershand zusterben. Nahe an Hundert ließ Philipp August lebendig verbrennenund verschonte nur die Kinder unter dreizehn Jahren (14. 20. März^).Wenige Tage später reiste der König mit blutbefleckten Händen alsein Geweihter znm Kreuzzuge nach Syrien. Der sogenannte heiligeKrieg hat ihn wenig gebessert.

Alle Bemühungen, dem wahrhaften Helden Saladin Jerusalemmit dem dazu gehörigen Gebiete zu entreißen, waren bisher erfolglosgeblieben. Richard Löwenherz selbst war bei aller Ritterlichkeit genöthigt,einen für die Christen schimpflichen Frieden einzugehen und erlangtenur die Begünstigung, daß christliche Pilger allenfalls die Grabes-kirche in Jerusalem besuchen dürften. So mußte von Neuem einKreuzzug gepredigt, der verglimmende Funken des Fanatismusangeblasen werden, den wiederum die Juden zunächst schmerzlichempfanden. Der Papst Jnnocenz III., der rücksichtsloseste und selbst-ständigste aller Kirchenfürsten, nahm die Sache mit Feuereifer in dieHand. Er beauftragte einen Prediger, Fulko von Neuilly, welcherbis dahin ein leichtsinniger Vogel und ein arger Sünder gewesen war,in Städten und Dörfern den Kreuzzug zu predigen, und dieser, einzweiter Rudolph (o. S. 149), gebrauchte Judenhaß und Juden-plünderung als bequeme Mittel, Scharen für die Kreuzesfahnen zawerben. Er predigte, daß die christlichen Schuldner ihrer Ver-pflichtungen gegen ihre jüdischen Gläubiger ledig sein sollten, wennsie das Kreuz nähmen. Viele Barone des nördlichen Frankreichnahmen, von Fulko's fanatischen Reden begeistert oder sich begeistertstellend, das Kreuz, und da einmal ihr Judenhaß entflammt war,vertrieben sie die Juden, welche durch den Verlust ihrer Schuld-forderungen verarmt waren, von denen also nichts mehr zu ziehenwar, aus ihrem Gebietes. Wider alles Erwarten nahm PhilippAugust, der Erzjudenfeind, die ausgewiesenen Juden in seinen Staatauf und gestattete auch den früher von ihm selbst Verbannten, wiederin ihre Heimathstätte zurückzukehren (Juli l 198^). Dieser inconsequente

Vergl. Note 9.

2) Robert von Auxerre bei Vonqnsb, Rsonsil XVIII. 274; Vllls-Ilnr-äouin, sbrorrigns äs ls. priss äs Oonstnirtinoxls I, Anfang.

2) Richard bei Oa-Odssns V. 42, bei Lonqnsb a. a. O. 71. Roger deHovedcn bei Lonqnsb das. 695: Oonbra onaninra opinionsra äaäasosllarisüs rsänxib st sso1ssis.s Vsi Zravitsr xsissvntns

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