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Geschichte der Juden
ein, aber die Lehrhäuser in der Champagne, in welchen die Tossafisten-schule fortblühen konnte, blieben bestehen. Der Mittelpunkt des Studiumswar noch immer das Städtchen Ramerü; hier lehrte Isaak b. Samuelans Dampierre (Ri), ein Urenkel Raschi's ^). Er war Hauptantoritätnach dem Tode seines Oheims R. Tam. Gelehrt und scharfsinnig,wie seine Ahnen, beschäftigte sich Isaak damit, Raschi's Commentar zuergänzen, die Auslegung des ganzen Talmud zu sammeln und zuordnen, oder die tossafistischen Fragen und Lösungen in Betreffschwieriger Talmudstellen abznschließen. Welche Eingelesenheit in denhochanfgeschichteten Talmudstoff gehörte dazu, diese Arbeit zu unter-nehmen, die allerentferntesten Partieen zusammenzubringen, um hiereinen Widerspruch aufzufinden, dort einen zu lösen! Man erzähltesich später, im Lehrhause Jsaak's des Aelteren waren sechzig gelehrteMitglieder, von denen je einer nicht bloß im ganzen Talmud heimischwar, sondern einen besondern Tractat von den Sechzig auswendigund tiefeingehend kannte °). Jsaak's erste Sammlung der Glossen hießdie alten Tossafot (loasukot Issolisuim), die sich aber nicht un-verändert erhalten, sondern Zusätze und Ueberarbeitnng erfahren haben.In Folge des feindlichen Geistes, der durch Philipp August inNordfrankreich zu herrschen begann, fiel Jsaak's Sohn, NamensElchanan, der, obwohl jung, einen klangvollen Namen unter denTossafisten hatte, noch beim Leben des Vaters als Märtyrer seinesGlaubens (1184)^).
Einige Jahre später (1191) machte Philipp August neue Märtyrer.In dem Städtchen Bray (an der Seine, nördlich von Sens), daszur Grafschaft Champagne gehörte, hatte ein Christ, ein Unterthandes Königs, einen Inden ermordet. Die Verwandten des Ermordetenführten bei der Gräfin Blanche, Wittwe Thibaut's von Champagne,Klage und erlangten von ihr durch reiche Geldgeschenke die Erlaubniß,den Mörder zu hängen. Aus boshafter Absicht oder zufällig geschahdiese Hinrichtung von Seiten der Inden am Pnrimfeste, und sie dachtenvielleicht dabei an den Hamangalgen. Sobald der König Nachrichtvon der Hinrichtung seines Unterthanen und noch dazu durch einentstellendes Gerücht erfahren hatte, als hätten die Juden demMörder die Hände gebunden, ihm eine Dornenkrone auf's Hauptgesetzt und ihn durch die Straßen geschleift, eilte er mit Truppennach Bray, ließ die Häuser der Juden mit Wachen umstellen, sich ihrer
st Note 1, III.
st Menahem b. Serach, Ein! zu seinem 2sllg.Ii Im-Vsrsoli.
st Dies. Note.