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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-Tibbon uud Abraham b. David.

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Pedanterie Zeugnis; ablegt. Die Tibboniden haben nur als lieber-setzer einige Bedeutung, sowie die Kimchiden aus Narbonne alsGrammatiker.

Der zweite Tibbonide Samuel, Sohn des ersten (geb. um1160, st. um 1230 *), war dem Charakter nach das Gegenstück desVaters, begabter als dieser, aber leichtsinnig, verschwenderisch und vonträger Lässigkeit. Sein Vater hatte die peinlichste Sorgfalt ans seineErziehung verwendet, ihn selbst unterrichtet und ihm theure Lehrergehalten. So erlernte Samuel Jbn-Tibbou die Arzueikunde, diearabische Sprache, den Talmud uud die übrigen dazu gehörigenWissensfächer. Auch mit einer Frau versorgte ihn der zärtliche Vaterfrühzeitig; aber eben weil ihn derselbe immer bevormunden und ihmseine pedantische Natur aufzwingen wollte, schlug der Sohn die Er-mahnungen uud Belehrungen desselben in den Wind, machte sichselbstständig, entfremdete sich ihm, machte waghalsige Geschäfte, stattder Heilkunde zu obliegen, verlor sein Geld und mußte von desVaters Kasse seine und seiner Familie Existenz fristen. Während derVater ihn aber halb und halb für einen verlorenen Sohn hielt,bildete dieser sich im Stillen aus und übertraf ihn in der Uebersetzungs-kunst und im Verständnisse philosophischer Materien. Er übertrugnicht blos Werke jüdischer Schriftsteller, sondern auch etwas vonAristoteles und von Alfarabi, verfaßte eine philosophische Erklärungzum Prediger (Lodsist) und eine Abhandlung über ein physikalischesKapitel in der Genesis.

Unweit Lüuel in Posquidres bestand damals eine kleine Gemeindevon nur vierzig Mitgliedern. In ihr wurde einer der bedeutendstenTalmudkenner geboren, Abraham b. David (um 1125, st. 1198^).Unter großen Lehrern gebildet, Schwiegersohn des Abraham b. Isaakaus Narbonne (o. S. 199) und sehr reich, unterhielt Abraham(Rabed II.) ein eigenes Lehrhaus, das viele Jünger ans der Näheund Ferne anzog. Er sorgte nicht bloß für die Ausbildung seinerJünger im Talmud, sondern auch für ihre leiblichen Bedürfnisse.Abraham b. David verfaßte noch in der Jugend, von R. Meschullamb. Jakob angeregt, talmudische Arbeiten von tiefer Bedeutung,commentirte einen Theil der Mischnah und ähnliche Schriften. BonNatur rücksichtslos und die Regeln der Höflichkeit wenig beachtend,behandelt er diejenigen, deren Schriften er widerlegte, in einem weg-werfenden Tone. Namentlich verfuhr er schonungslos gegen R. Serachja

Einl. zu Jbn-Tibbon's Testament.

2) Zunz in Geiger's Zeitschrift II. 309, OarraoJ', la Urnrms israslits.