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Geschichte der Juden.
aus Lünel. Der letztere (b. David Kohen) war eine bedeutendetalmudischc Autorität, der einen Commeutar zu Alfnßi's talmudischemWerke schrieb. Er liebte nichtsdestoweniger die Wissenschaft und wareiner der ersten, der dafür in die Schranken trat, ihr im Judenthumdas Bürgerrecht zu behaupten. — Jchuda b. Saul Jbn-Tibbon (geb. um 1120, st. um 1190) stammte aus Granada undwar wegen der Judenverfolgung der Almohaden nach Süd-Frankreichausgewandcrt. In Lünel betrieb er die Arzneiknnde und war ein sobeliebter Heilkünstler, daß er von Fürsten, Rittern und Bischöfengesucht und sogar über's Meer geholt wurde Z. Das Arabischeverstand er gründlich, und die hebräische Sprache pflegte er mitSchwärmerei. Die Gelehrsamkeit hatte ihn aber zum Pedantengezogen, er maß jeden Schritt ab und überlegte tiefsinnig, ob er ihnsetzen oder unterlassen sollte. Seine bedeutende Büchersammlung, inschönster Ordnung gehalten, ging er von Zeit zu Zeit regelmäßigdurch und war unglücklich, wenn eine Störung darin vorkam. Ergab sehr viel ans eine zierliche Schrift und ans dergleichen Acnßerlich-keiten mehr. Jbn-Tibbon war daher zum Uebersetzer wie geschaffen.Auf Anregung des R. Meschnllam, — mit dem er wie mit R. Serachjaaus Gerona und Abraham b. David in freundschaftlicher Beziehungstand — nnd anderer Freunde übersetzte er nacheinander aus demArabischen in's Hebräische Bachja's „Herzenspflichten", Jbn-G'ebirol'sSittenlehre und Perlenschnüre, Jehuda Halevi's religionsphilosophischesWerk, Jbn-G'anach's bedeutendes grammatisches nnd lexikalisches Werkund endlich Saadia's Religionsphilosophie (1161 — 1186). SeineUebersetzungen zeigen aber seinen ganzen pedantischen Charakter; siesind wortgetreu, aber schwerfällig, sie binden sich sklavisch an dasarabische Original und thun der hebräischen Sprache die schreiendsteGewalt an, indem sie den Wörtern eine unerhörte Bedeutung geben.Jehnda Jbn-Tibbon war sich der Pflichten eines gewissenhaften Ueber-setzers vollkommen bewußt, daß ein solcher die beiden Sprachen undden Inhalt des Werkes gründlich verstehen müsse; er entschuldigt dieSteifheit seiner Uebersetzungsweise mit der Armnth der hebräischenSprache"). Was sonst noch Jehuda Jbn-Tibbon geleistet hat, istkaum der Rede Werth. Er verfaßte eine hebräische Stylistik (8oä2aobot Im-Imsollon), die nicht mehr vorhanden ist, und hinterließ eineErmahnung an seinen Sohn, die von seiner Zärtlichkeit für die Seinen,von seiner Hingebung an die Wissenschaft, aber auch von seiner
*) Sein Testament S. 7 und die Einleitung dazu.
") I- Jbn-Tibbon's Einl. zu 6llobs,t> lln-I-sbabot und zu Jbn-G'anach'sliillrnall.