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Geschichte der Juden.
aus Gerona, um Alfäßi gegen ihn in Schutz zu nehmen. Abrahambeschuldigte diesen sogar öfter des literarischen Diebstahls. Er warein gefährlicher Gegner. Von den Wissenschaften hatte er keine Ahnung,auch nicht von einer höheren Auffassung des Judenthums; er rühmtesich sogar seiner Unwissenheit in solchen Dingen; ihm genügte voll-ständig, in den Räumen des Talmud heimisch zu sein. Abrahamb. David und Serachja Halevi waren die tiefsten Talmudisten nachdem Tode R. Tam's. Im Jahre 1172 erlitt Abraham b. Davideine Verfolgung von Seiten des Landesherrn Namens ElzearZ,der wahrscheinlich von ihm Geld erpressen wollte, und wurde in Haftgebracht. Wie es scheint, nahm sich der Vicegraf Roger von Beziersund Carcassonne seiner an. Seit der Zeit verließ Abraham Posqnioresund ließ sich in Nismes oder Carcassonne nieder.
Bourg de St. Gilles, die zweite Hauptstadt des HerzogsRaymond V. von Toulouse, hatte eine Gemeinde von hundert Mit-gliedern. Diese, sowie die anderen Gemeinden des Grafen Raymond,den die Troubadouren den guten Herzog nannten, lebten ebenfallsin glücklichen Verhältnissen und wurden zu Staatsämtern befördert.Abba-Mari b. Isaak von St. Gilles, der durch seinen gelehrtenSohn einige Bedeutung erlangt hat, war dessen Landvogt. DieserSohn Isaak b. Abba-Mari, wahrscheinlich ein Jünger desR. Tam, hatte sich von dein berühmten Lehrer aus Ramerü mehr diegründliche, als die scharfsinnige Behandlung des Talmud angeeignetund verfaßte schon im siebzehnten Jahre im Aufträge seines Vatersein Compendium zu gewissen Ritualgesetzen. Darauf war er nachBarcelona ansgewandert und commentirte auf Verlangen des ScheschetBenveniste (o. S. 194j einen schwierigen Abschnitt des Talmud. Endlichstellte Isaak b. Abba-Mari (1179 — 1189) die Resultate seinerForschungen im Talmud zusammen in einem Werke betitelt Jttnr-),über das rabbinische Civilrecht und Ritualien.
Fast noch mehr als sein Vater begünstigte Raymond VI. vonToulouse die Juden und beförderte sie zu Aemtern (1195 — 1222).Dafür und für andere Verbrechen ähnlicher Art wurde er vom PapsteJnnocenz III. und der Geistlichkeit bis auf's Blut verfolgt und mußtezuletzt feierlich schwören, die jüdischen Beamten abzusetzen, sonst keinenJuden anzustellen und überhaupt die Juden nicht zu begünstigen ^).— Auch Beaucaire (Lsleairo), das zur Grafschaft Toulousegehörte, hatte eine nicht unbedeutende Gemeinde, an deren Spitze
st Note 1, IV.
2) Eigentlich Ittar Lopbsilur
9 Note I, IV.