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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Gemeinde von Lünel.

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jüdische Gemeinde von beinahe dreihundert Mitgliedern galt nebenNarbonne als Vorort für die jüdische Provence. Ihr talmndischesLehrhaus, das mit dem in Narbonne wetteiferte, sah zahlreiche Jüngeraus der Fremde, welche, wenn sie bedürftig waren, von der Gemeindemit Allem versorgt wurden. An der Spitze der Gemeinde stand einMann, der von den Zeitgenossen außerordentlich gepriesen wurde,Meschullam b. Jakob (st. 1170), talmudisch gelehrt und reich,galt als die letzte Instanz in allen Fragen der Wissenschaft und desRechtes. Sein Lob zu erwerben, war ein Stachel für die Schrift-steller.Seine Seele hing an der Lehre seines Gottes, die Weisheitwar sein Erbe. Er erleuchtete unser Dunkel und zeigte uns denrechten Weg", so und noch schwärmerischer schilderte ihn ein un-abhängiger Zeitgenosse Z. R. Meschullam regte gelehrte Männer ver-schiedener Fächer an, dieses und jenes zu bearbeiten, namentlich arabischeWerke jüdischer Autoren in's Hebräische zu übertragen. Er hat über-haupt zuerst den Sinn für Wissenschaft unter den Juden der Provencegeweckt; er war für Südfrankreich von derselben Bedeutung, wie esChasdai Jbn-Schaprut für Spanien gewesen war. Meschullam hatteeinen gelehrten Schwager Mose b. Jehuda und fünf gelehrte Söhne,welche im Kleinen die zwei Richtungen bezeichneten, die in der nächstenZeit mit einander in harten Kampf gerathen sollten. Der Eine derSöhne, R. Aaron (blühte 11701210°), obwohl im Talmud ein-geweiht, hatte eine besondere Vorliebe für die philosophische Auffassungdes Judenthums; zwei andere dagegen, Jakob und Ascher huldigtenjener Lehre, welche das Licht der Vernunft scheut. R. Jakob, obwohlreich, führte ein asketisches Leben, trank keinen Wein und erhielt davonden Namen Nasiräer. Er wird als der erste Beförderer der neuenKabbala bezeichnet, der diese Geheimlehre von dem Propheten Eliaempfangen haben soll^). Fast noch strenger lebte sein BruderR. Ascher von Lünel, der ebenfalls vermögend war. Er fasteteviel, nie Fleisch und frischte wieder die alte, halbvergessene Geheim-lehre auf (in einem homiletischen Werke über die Zehn Gebotes.

Im Ganzen war indessen die wissenschaftliche Richtung in derGemeinde Lünel vorherrschend. Sie war von zwei Männern ver-treten, welche einen guten Klang in der jüdischen Literaturgeschichtehaben, von dem Stammvater der Tibboniden und von Jonathan

Jbn-Tibbon, Einleitung zu Bachsa's Obodat üa-I-sbabot.

2) Note I. IV.

Isaak von Akko in Ns'irs-t Hnsgirn Lls.

Vergl. über ihn Asulai sul> voas Nr. 237 f. und Ben-Jakob's An-merkungen, ferner Reismann, Biographie des R. Serachja S. 48 Note 18.