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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

besteht einzig und allein darin, daß er die jüdische Cultur Spaniensin Südfrankreich heimisch gemacht und Jbn-Esra's flüchtige Thätigkeitdauernd ergänzt hat. Man schreibt ihm auch ein polemisches Werkgegen das Christeuthum zu, das einen Dialog zwischen einem Gläu-bigen l^-minin) und einem Abgefallenen (LIin) darstellt Mag diesesWerk nun echt oder unecht sein, so gehört es jedenfalls dieser Zeitund diesem Lande an und wirft ein günstiges Licht auf den Standder Sittlichkeit unter den Juden im Gegensätze zur christlichen Be-völkerung. Der Gläubige behauptet, die wahre Religion der Judenbewahrheite sich an dem sittlichen Verhalten ihrer Bekenner. Diezehn Gebote wenigstens beobachten sie mit äußerster Gewissenhaftigkeit.Nicht nur verehrten sie kein Wesen neben Gott, sondern scheutenfalsche Eide. Es finden sich unter ihnen keine Mörder, keine Ehe-brecher, keine Räuber, während christliche Wegelagerer nicht selten dieSchwachen berauben, hängen und blenden. Die jüdischen Kinder

werden in Zucht und Gottesfurcht erzogen, es darf ihnen kein ge-meines Wort entfahren. Die jüdischen Mädchen sitzen züchtig in denHäusern, während die christlichen sich über die Züchtigkeit hinwegsetzen.Ein Jude beobachtet gegen den andern brüderlich Gastfreundschaft,löst die Gefangenen aus, kleidet die Nackten und speist die Hungrigen.Alle diese Tugenden der Inden giebt der christliche Gegner als all-gemein bekannt zu und tadelt nur an den Inden, daß sie von denChristen hohe Zinsen nehmen. Diesen Vorwurf mildert der jüdischeSprecher dadurch, daß auch Christen Wucher treiben und sogar mitGlaubensgenossen, während die jüdischen Reichen ihren Stammgenossenohne Zinsen leihen *).

In die Fnßtapfcn ihres Vaters folgten seine zwei Söhne, Moseund David Kimchi. Der erste sblühte 1170 90 st war nochmittelmäßiger als sein Vater und diesen Charakter der Unbedeutend-heit tragen seine grammatischen und exegetischen Arbeiten. Der jüngereBruder David Kimchi (geb. 1160, st. um 1235 st wurde zwar derLehrer der hebräischen Sprache für die Inden und Christen Europas,aber wenn man seinen grammatischen, lexicalischen und exegetischenArbeiten irgend einen Werth beilegen will, so muß man vergessen,

st slilollaraob Okobull. 6onst. p. 20 b. ff.; über Joseph Kimchi vergl.Orient 1850 Nr. 1 ff., Osur slsollirmä I. x. 96 ff. und Landshut ^.ranäs2l.boäs, x>. 90 st.

st Seinen Commentar zu den Sprüchen vollendete er 1178; vcrgl. Dukesin Orient 1847, sol. 26 Note. Der Jbn-Esra's Namen tragende Commentarzu den Sprüchen gehört M. Kimchi an, wie Mehrere nachgewiesen haben.

st Vergl. O^ar Usollrauä II. 157 ff.