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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Kimchiden.

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untereinander fest znsammcnhielten und aneinander den innigstenAntheil nahmen. Drohte irgend einer Gemeinde Gefahr, so warendie andern gleich bereit, ihr beizustehen nnd sie von ihr abzuwenden.Ihre durchgängige Wohlhabenheit beruhte theils ans Ackerban nndtheils auf dem Welthandel, welcher damals von den Hafenstädten ansmit Spanien, Italien, England, Egypten und dem Orient in höchsterBlüthe stand.

Die Hauptgemeinde des südlichen Frankreichs war Narbonne;sie zählte damals dreihundert Mitglieder. An ihrer Spitze standunter der Regierung der klugen nnd männlichen Fürstin ErmcngardeKalonymos b. Todros ans einer alten Familie, deren Urahn,R. Machir, unter Karl dem Großen eingewandert sein soll. Kalonymosbesaß viele Ländereien, die ihm derart verbrieft waren, daß sie ihmNiemand streitig machen durfte. An der Spitze des alten Lehrhausesstand der als Autorität anerkannte Abraham b. Isaak, mit demTitel Oberrichter (^b-6st-äin, st. Herbst 1178 ^). Es war ein Mannvon streng talmudischer Richtung, den die Bildung kaum angehauchthatte. Aber auch seine talmndische Gelehrsamkeit war mehr umfang-reich, als tief; seine Jünger R. Serachja und Abraham b, Davidüberflügelten ihn noch bei seinem Leben. Abraham b. Isaak verfaßteein talmndisches Werk (Usolikol), das von den Später» sehr geschätztwurde"). In Narbonne lebten um diese Zeit die Kimchiden,deren Leistungen zwar nicht ihrem Ruhme entsprechen, die indeß un-mittelbar für die Provence nnd mittelbar für die Nachwelt mehr ge-wirkt haben, als die größten Meister. Der Stammvater Joseph b.Isaak Kimchi (blühte 115070) war vermuthlich wegen derReligionsverfolgnng der Almohaden aus Südspanien nach Narbonneeingewandert. Er verstand das Arabische und übersetzte Bachjasmoralphilosophisches Werk und manches Andere in reines, fließendesHebräisch, verfaßte ein hebräisch-grammatisches Werk, schrieb eine Er-klärung zur heiligen Schrift, deren Bruchstücke den Verlust des Ganzennicht sehr bedauerlich erscheinen lassen, und endlich dichtete er vieleLiturgien, die zwar äußerlich alle Bedingungen der in Spanien zurVollendung gebrachten Knnstform der ncuhcbräischen Poesie erfüllen,aber nur wenig dichterischen Werth haben. Joseph Kimchi's Verdienst

0 Das Datum des Todesjahres 4919 --- 1159 bei Mstri (Einl. zu lZstda-Lsaliira 18 d.) worauf sich Carmoly beruft, kann nicht richtig sein, daAbraham b. I. des R. Tam als eines Verstorbenen erwähnt, wie Zunz bemerkthat, in Geiger's Zeitschrift II. 309.

2) Asulni snd voas