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Geschichte der Juden.
venyalen, welche sich feindselig gegen die katholische Kirche kehrte, diepäpstlichen Bullen verachtete, die hochmüthige Geistlichkeit verspottete,die Laster des römischen Hofes geißelte und die Sekte der Albigensererzeugte, öffnete auch ihr Herz für das Judenthum und dessenTräger. Unter den provenyalischen Freidenkern, welche die starrekatholische Kirche allerdings als Ketzer brandmarkte, gab es auchmanche, die es heimlich und offen bekannten, „das Gesetz der Judenist besser, als das der Christen" st. Viele große und kleine HerrenSüdfrankreichs stellten ohne Vorurthcile jüdische Beamte an und ver-trauten ihnen das höchste Amt der Landvogtei (Lsjnlns, Lailli) an,mit welchem die polizeiliche und richterliche Gewalt in Abwesenheit desLandesherrn verbunden war. Die Juden dieses von der Natur ge-segneten Landstriches fühlten sich daher auch gehoben, trugen ihrenKopf hoch, nahmen an den Interessen des Landes lebendigen Antheilund huldigten Geistesbestrebungen mit unermüdlichem Eifer. Wieunter den Christen jede Neuerung Eingang fand, so ruhten die süd-französischen Inden nicht auf dem Gegebenen aus, sondern suchten esmit den Gedanken zu erfassen und vor dem Richterstuhle der Vernunftzu prüfen. Indessen soviel Eifer auch die Juden der Provence fürdie Wissenschaft an den Tag legten, so waren sie doch nicht Selbst-denker, um eine eigne Richtung innerhalb des Judenthums anzubahnen.Die jüdische Provence hat keine einzige Persönlichkeit erzeugt, welchein irgend einem Fache eine originelle Schöpfung zu Tage geförderthätte, keinen tiefen Denker, keinen gediegenen Dichter, keine bahn-brechende Persönlichkeit in irgend einem Wissenszweige. Die jüdischenProventzalen waren treue Jünger fremder Meister, sie eigneten sichderen Leistungen an, behaupteten sie standhaft mit vieler Hingebung,waren aber öfters nur die Handlanger der Wissenschaft, Uebersetzerund Verbreiter fremder Geisteserzeugnisse. Das Jndenthum aberliebten sie mit ganzem Herzen, obwohl sie freien Forschungen zugethanwaren. Die jüdischen Tugenden waren unter ihnen in hohem Gradeheimisch, ihre Häuser waren gastfrei jedem Fremden geöffnet; sie unter-stützten die Dürftigen heimlich und übten Wohlthätigkeit zu jederStunde. Die Reichen ließen Kindern armer Eltern höhern Unterrichtertheilen und verabreichten ihnen Bücher, welche damals hohe Preisekosteten'st. Noch mehr hervorzuheben ist aber, daß die Gemeinden
st Isti sunt srtiouli, in quibua srrsut ruollsrui lissrstioi — 10) llicmutquoll lsx .lullssoruru ruslior sst qus.ru lsx Okrisbisuoruru, bei Vaisette,lristoirs Zsusrsls lls ImuAUslloo III., prsuvss x. 372.
st Nächst Benjamin von Tudela, D. Kimchi im zweiten Sendschreiben anAlfachar, Maimunische Briessammlung x. 25.