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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Schule von Narbonne erzogen, eignete er sich tiefe Kenntnisse desTalmud an, pflegte auch grammatische Studien, kannte die arabischenWerke des Jbn-G'anach, gab viel auf einen eleganten hebräischen Stylund ließ sich seine Briefe von dem tiefen Kenner der Feinheiten derhebräischen und arabischen Sprache, von Jehuda Jbn-Tibbon, corrigiren,damit sie tadellos in der Form seien *).

Er verfaßte mehrere liturgische Gebetstücke und weltliche Gedichteernsten und satyrischen Inhalts, die aber nur wenig poetischen Werthhaben. Auch einen Anflug von philosophischer Bildung hatte R. SerachjaHalevi und er war vielleicht der erste seines Landes, der sich damitbefaßte. Seine Hauptstärke bestand aber im Talmud. Vertrant mitden Leistungen der spanischen und französischen Schule, vereinigte erin sich AlfLßi und Raschi, Joseph Jbn-Migasch und R. Tam, warzugleich tief und gründlich, kritisch und combinatorisch, wie denn seinGeist überhaupt zugleich analytisch und synthetisch war. Schon inder Jugend, mit neunzehn Jahren, verfaßte er talmudische Schriftenund machte Glossen zu dem talmudischen Werke AlfLßi's; es erschienaber ihm selbst als eine so große Kühnheit, Ausstellungen an derForschung des Meisters der talmudischen Gelehrsamkeit zu machen,daß er sie nicht zu veröffentlichen wagte. Er wurde in seiner Ge-meinde wegen seiner frühreifen Gelehrsamkeit verspottet. Sie sprachenvon ihm:Dein Wein ist jung, weil der Behälter jung ist." R. Se-rachja scheint in der Gemeinde Gerona Verfolgung erlitten zu habenund zur Auswanderung gezwungen worden zu sein. Dafür rächte ersich an ihr durch eine Saiyre und sagte zu seiner Selbstermuthigung:Jung bist du an Jahren, doch an Weisheit alt,

Wirst noch den Adlersslug nehmenUnd dein Nest zwischen Sterne setzen,

Wirst lächeln ob deiner Stadtgenossen,

Die arm sind an Weisheit" 2).

Er begab sich von da nach Lünel, wo er viele Freunde hatte undwurde dort von einem Gönner der Wissenschaft wohlwollend geschützt.Hier verfaßte er mehrere talmudische Streitschriften gegen eine süd-französische Talmndautorität (Abraham b. David) und erst im vor-gerückten Alter (um 117080 arbeitete er seine Glossen zu AlfLßi's

h lieber R. Serachja vergl. die Monographie von Reifmann; Carmoly 17s,Uranos Israsllts und das Testament von Jehuda Jbn-Tibbon Berlin 1852,S. 9. lieber dessen Todesjahr Note 1, IV.

2) Bei Reifmann S. 3V.

o) Daß der Maor nicht in den Jahren 1140 47, sondern später verfaßtwurde, dafür zeugt unwiderleglich, daß darin R. Tam ausdrücklich als einbereits Hingeschiedener erwähnt wird; vergl. zu Obuliii III. p. 14 b. DasDatum des Sabbatjahres spricht nicht dagegen.