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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-Daud.

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einem Bolksauflaufe gegen die Inden, dessen Ursprung und Tragweitenicht recht bekannt sind, der aber sicherlich nur vorübergehend war.Möglich, daß gerade die allzugroße Judenfreundlichkeit des KönigsAlfonso einen Krawall gegen dieselben hervorgernfen hat. DieserFürst, welcher mit einer englischen Prinzessin verheirathet war, hattenämlich ein offenes Liebesverhältniß mit einem schönen jüdischenMädchen Rahel, das von ihrer Schönheit den Namen Formosaführte. Das Verhältniß war nicht flüchtiger Natur, sondern dauertesieben Jahre. Ein Romanzen-Dichter sang von dieser Liebe:

Es vergaß der König seine GattinUnd zog mit ihr sich zurück,

So sehr liebte sie der König,

Daß er Reich und Volk darum vergaß." H

Plötzlich überfielen Verschworene einst die schöne Jüdin auf ihrerreichgeschmückten Estrade, tödteten sie im Beisein des Königs und mitihr ihre Freunde, wohl auf Anstiften der Königin und der Geistlich-keit. Bei dieser Gelegenheit mag auch ein Auflauf gegen die Judenstattgefunden haben, in dem Abraham Jbn-Daud umkam.

Das hinderte aber die Juden Toledo's nicht, Alfonso in seinemKriege gegen die Mauren kräftig beiznstehen. Als er sein zahlreichesHeer sammelte, um die Uebermacht der Almohaden, welche unter JakobAlmanßur von neuem in das Herz des christlichen Spaniens Vor-dringen wollten, zu brechen, schossen die Juden dem verarmten Königeihre Reichthümer für die Kosten der Ausrüstung vor. Und als dieSchlacht bei Alarcos (19. Juli 1195) unglücklich für ihn ausfiel, dieBlüthe der christlichen Ritterschaft ans dem Wahlplatze blieb, dieAlmohaden das schöne Castilien weit und breit verheerten, und Alfonsogenöthigt war, sich in seine Hauptstadt einzuschließen, um sie vor demFalle zu retten, kämpften die Juden in Wetteifer mit den übrigenEinwohnern, um das Anstürmen des Feindes zurückzuschlagensietrugen dazu bei, daß sich der Feind zurückziehen mußte. Die JudenCastiliens hatten nämlich ein großes Interesse daran, die Almohadennicht Herren der Hauptstadt werden zu lassen, um nicht dem islami-tischen Fanatismus ausgesetzt zu sein. Freudig sahen sie daher denRückzug derselben, als die Könige von Castilien und Aragonien eine

') vspxioA, romunosro vastsllano I. Nr. 206. Auch andere Quellenberichten von Alfonso's Liebe zu einer Jüdin, ein Factum, das nur jüngerespanische Historiker leugnen; vergl Aschbach, Geschichte Spaniens unter denAlmoraviden und Almohaden ll. S. 332. 8b. Hiluirs, Irisboirs ci'D3ps.AQSV. x. 181, 527.

2) Vergl. Note 1. IV.

Graetz, Geschichte der Juden. VI.

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