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Geschichte der Juden.
wurde ihm ein Gegenstand des Gesanges. Charisi's Muse besangZion's ehemaligen Glanz und damalige Wittwentrauer und mit der-selben Wichtigkeit den Wein und seine Freude. Er versistcirte die Unter-redung der Seele mit Geist und Körper, die Glaubensverschiedenheitder Rabbanitcn und Karäer und zugleich die Plagen, welche der Flohverursacht. Charisi war für nichts ernstlich begeistert, höchstens fürdie hebräische Sprache. Und da er diese gegen die arabische selbstvon Juden hintenangesetzt sah, unternahm er, an einer Uebersetzungdes Abenteuerromans von dem arabischen Dichter Hariri zu beweisen,daß auch die hebräische Sprache bei ihrer Bescheidenheit reich undwohllautend sei. Dann änderte Charisi den Plan und verfaßte einenselbstständigen Roman nach dem Muster Hariri's und Jbn-Sakbcls(o. S. 112). Der Dichter maskirte sich unter dem Namen Hemander Esrahite, welcher interessante, launige und geistreiche Gesprächemit dem Abenteurer Heber, dem Keniten, führt. So stellt er eineArt dramatischen Romans zusammen unter dem Titel Tachkemoni.Er unterwirft darin auch die Leistungen älterer und zeitgenössischerDichter einer strengen Kritik und zeigt sich als geschmackvoller Kunst-richter, der sehr gut versteht, wie Verse nicht beschaffen sein dürfen,wenn sie gefallen sollen. Aber Charisi's Verse selbst sind mehr geist-reich als aumuthig, seine Reimprosa daher gefälliger, als seine streng-gemessenen Verse. Sie zeigen schon den beginnenden Verfall derneuhebräischen Poesie. Sie geht mehr darauf aus, den Leser durchUeberraschungen und witzige Anspielungen zu unterhalten, als demSchönheitssinn zu gefallen. Charisi verstand es sehr gut, den lyrischenSchwung und Duft der Poesie Jbn-G'ebirol's und Jehuda Halevi'szu charakterisiren, aber nicht sie nachzuahmen. Die Poesie mar ihmnicht, wie Jbn-G'ebirol und Jehuda Halevi, Geliebte oder Schwester,sondern eine cognette Gespielin. Es charakterisirt seine spielendeDichtungsart, daß in einem langen Gedichte von ihm je der ersteVers hebräisch, der zweite arabisch und der dritte chaldäisch lautet.Charisi verstand auch etwas vom Talmud und etwas von Philosophie;aber seine Hauptbegabung bestand in leichtem Versemachen. Die hebräischePoesie hörte mit ihm auf Kunst zu sein, sie wurde Fertigkeit.
Noch lebte damals der greise Geschichtsschreiber und Religions-philosoph Abraham Jbn-Daud (o. S. 160) und war eine Zierde derGemeinde Toledo. Erst im Jahre 1180') fiel er als Märtyrer in
') Zakuto, zweimal. In Jbn-Verga's Lallsbsb llsbuäa, Nr. 5 bezieht sichdas dort erzählte Martyrium nicht auf Nbr. Jbn-Daud, sondern auf JosephJbn-Nagrela, nach der Lesart der Amsterd. Edition.