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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Alcharisi.

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Talmudisten von bedeutendem Gehalte aufgestellt. Die Gemeindemußte mehrere Jahrhunderte hindurch ihre Rabbinen von auswärtsbeziehen. Der Sohn und der Neffe des Joseph Jbn-Migaschso.S. 107),beide Namens Me'irff, hatten zwar nach ihrer Einwanderung ausLucena wegen der Almohaden-Verfolgung in Toledo ein bedeutendesLehrhaus gegründet; aber es gelang ihnen doch nicht, tiefere Talmnd-kenntniß in diesem Orte heimisch zu machen. Die Toledaner hattenmehr Sinn für Wissenschaft und Poesie. Sie beschäftigten sich liebermit Philosophie, grübelten über Religion, und ihr Glaube kämpfte mitdem Zweifel. Sie waren die Aufgeklärtesten der spanischen Juden ff.

In Toledo lebte damals eine Zeit lang der junge Dichter Jehudab. Salomon Alcharisi (oder Charisi, geb. um 1170, st. um 1230 ff,der letzte Vertreter der ueuhebräischen Poesie in Spanien, welche mitDuuasch b. Labrat ihren Anfang, mit Jbn-G'ebirol und Jehnda Haleviihre Kraft und mit dem Genannten ihre Abnahme datirt. Witzig, wieAbraham Jbn-Esra, gesangreich, wie die besten Sänger der Blüthe-zeit, dichtete Charisi mit einer Leichtigkeit, die gar keine Hindernissekennt. Man könnte ihn den Ovid der neuhebräischen Poesie nennen,dem er auch an Leichtfertigkeit und Ausgelassenheit ähnelt. SeinLebensgang wie sein Charakter erinnern an Abraham Jbn-Esra. Gleichdiesem klagt Charisi über die Ungunst des Geschickes:

Flöß' meinem Leide nach der Thronen Quells

Es gäb' auf Erden keine trockene Stelle!

Allein nicht bloß der Sintfluth wilden Wogen

Auch meinen Zähren gilt der Regenbogen!''^)

Auch er mußte sich durch die Welt betteln, brachte viele Jahreauf der Wanderung zu, war in Südfrankreich, reiste über Egyptennach Palästina und Syrien und drang bis nach Persien. Alles, waser sah und erlebte, Weisheit und Dummheit, Sitten und Unsitten,

ff Abraham Jbn-Daud und Charisi das. Pforte 46.ff So schildert sie Me'ir Halevi Abulnfia in seinem Sendschreiben an Nach-mani in der maimunischen Briessammlung.

ff Aus dem Umstande, daß Charisi ein Theil von Maimuni's Mischnah-Commentar noch bei Lebzeiten des Verfassers übersetzte und Verse an denselbenrichtete, ergiebt sich, daß er gegen Ende des zwölften Jahrhunderts bereitsreif war, und da er von Joseph b. Aknin in Haleb wie von einem Lebendenspricht, den Streit für und gegen Maimnui aber nicht mehr erlebte, so fälltsein Todesjahr 12261232. Ueber das Jahr seiner ersten Reisen vgl. Note 1.Anmerkung 1.

ff Dieses Gedicht, das man früher Abr. Jbn-Esra zuschrieb, stammt vonCharisi, wie Dukes nachgewiesen hat. Die Uebersetzung ist von Kämpf, aufdessenerste Makamen des Charisi" (Berlin 1848! undNichtandalusische Poesieandalusischer Dichter" (Prag I8S9) ich in Betreff Charisi's verweise.