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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-Esra's Exegese.

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bei keinem Gegenstände stehen, sondern behandelt, wie sich die Gelegen-heit darbietet, bald diesen, bald jenen Punkt und kehrt immer wiederzum Thema zurück, so daß es den Leser förmlich verwirrt. In diesemWerke kehrte er zum ersten Male seine Verketzerungssucht gegen solchehervor, welche von der massoretischen Autorität abwichen, die an ihmum so unleidlicher erscheint, als er sonst, freilich unter der Maskedes Geheimnisses, sich noch mehr Freiheit gegen die Integrität derBibel herausnahm. Von Jbn-G'anach's grammatischen Werken be-merkt er nämlich, sie verdienten dem Scheiterhaufen überliefert zuwerden, weil der Verfasser von mehr als hundert Wörtern in derBibel behauptet, sie müßten anders gelesen oder verstanden werden *).Sein Verdammungsurtheil trug auch viel dazu bei, daß Jbn-G'anach'sbedeutende Leistungen den nachfolgenden Geschlechtern unbekannt blieben,und die Forscher gezwungen waren, ihren Durst aus zerbrochenenCisternen zu löschen. Gegen Saadia polemisirte Jbn-Esra, daß der-selbe abweichend manche massoretische Versabtheilung nicht anerkannte.Selbst die aus talmudischer Zeit stammende Tradition, daß mindestensachtzehn Bibelverse von den Sopherim aus gewissen Rücksichten ab-geäudert worden wären, war dem Massoragläubigcn Jbn-Esra zu-wider, und er deutelte sophistisch an diesen Versen, um die geschriebeneLesart festzuhalten ^j. Wie Jbn-Esra einerseits eine auf Grammatikberuhende Schrifterklärung anbahnte, so hat er andererseits durch seinstarres Festhalten an der Massora den Weg der freien Forschung ab-geschnitten.

In Mantua scheint er nicht lange geweilt, sondern sich von danach Lucca begeben zu haben, wo er mehrere Jahre lebte und einenKreis von Jüngern um sich sammelte. Hier beschäftigte er sich viel-fach mit Astronomie, legte astronomische Tafeln an, schrieb über denrichtigen Gebrauch des Astrolabs, gab sich aber auch der von Moham-medanern und Christen gepflegten Afterwissenschaft der Astrologiehin, in welcher er mehrere Schriften verfaßte unter verschiedenenTiteln (1148). Nach Jbn-Esra's Ansicht ist nämlich die Macht derGestirne auf das menschliche Geschick unabänderlich, und dieser Ein-fluß mache sich zunächst bei der Geburt geltend. Doch räumt er dermenschlichen Seele in ihrer Energie so viel ein, daß sie den bösenEinfluß der Gestirne, wenn nicht ganz aufheben, doch einigermaßenschwächen könne. Nach der Genesung von einer schweren Krankheit,wobei ihm ein gewisser Mose b. Meir, sein Gönner, hilfreich bei-

st Vergl. darüber Kirchheim's Anmerk, zu LMrnad S. 149 f.

st 2aaliot gegen Ende.