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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

bald für das Andere zu entscheiden. Aber er hat nicht eine einzige,wichtige grammatische Regel aufgestellt fl.

Mehrere Jahre muß er wohl in Rom zugebracht haben. Wasmag ihn bewogen haben, die ewige Stadt zu verlassen und den wan-dernden Fuß in's Weite zu setzen? Zunächst wohl die Unruhe oderdie Lust, neue Kreise kennen zu lernen. Es scheint, daß er von dazunächst in Salerno, der größten italienischen Gemeinde, Halt machte.Wegen ihres reichen Handels und ihrer Weltverbindung war dieseStadt der Sammelplatz vieler Fremden. Obwohl in Salerno damalsschon eine Hochschule für Heilkunde bestand, und ein gewisser Bildungs-grad darin heimisch war, so standen die Juden dieser Stadt doch aufniedriger Culturstufe. Jbn-Esra scheint hier nicht sehr freundlichempfangen und nur von einem Mäcen, R. Eljakim, der selbst spanischenUrsprungs war, mit Auszeichnung behandelt worden zu sein. Dagegengenoß ein eingewanderter Talmudist, R. Isaak b. Malki-Zedek,aus der griechisch-apulischen Stadt Siponte (Manfredonia) hohe Achtung.Er wurde später Verfasser eines Commentars zu sämmtlichen Ord-nungen der Mischnah. Die Kenntnisse, die Jbn-Esra mitbrachte undlehren wollte: hebräische Sprachkunde, Bibelerklärung, neuhebräischePoesie, wurden von der Salerner Gemeinde gering geschätzt.ImChristenland wird der Weise aus dem Araberland gering geachtet undverspottet", bemerkte Jbn-Esra. Man bezeichnte ihn und die Ein-gewauderten aus dem arabischen Spanien halb als Ketzer. Es scheinteine Reibung zwischen Jbn-Esra und R. Isaak aus Siponte entstandenzu sein, und der erstere machte seinem Zorn in einem beißenden Spott-liede Luft, das voller Witz ist, aber auch voll persönlicher Schmähungauf seinen Gegner. Er nannte R. Isaak einegriechische Heuschrecke",bespöttelte seinen Gang, sein Benehmen, seine heisere, kreischendeStimme, warf ihm vor, daß er weniger Hebräisch verstände als einKind. Der Gegensatz der Cultur zur Bildungslosigkeit tritt hier zumersten Male schroff auf. Jbn-Esra scheint nicht lauge in Salernogeblieben zu sein, wenigstens hat kein schriftstellerisches Werk von ihmdie Salerner Gemeinde verewigt.

Im Sommer 1145 war er in Mantua und hier verfaßte erein neues grammatisches Werk über die Feinheiten des hebräischenStyles (2aollot). Dieses Werk bietet ein vollständiges Muster vonJbn-Esra's unmethodischer, regelloser Darstelluugsweise. Es behandeltsämmtliche Theile der hebräischen Sprachkunde und nimmt sogar einenAnlauf zur Systematik, zerfließt aber in lauter Abschweifungen, bleibt

fl Vergl. Profiat Duran (Efodi) Naasss Illock o. 7.