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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

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nach einer Sage als.Gefangener bis nach Indien geschleppt wordensein, wo er nichts anderes als ungesäuertes Brod genossen haben soll. Z

Es ist nicht recht begreiflich, warum er vom Morgeulande heim-kehrte, ohne seine Heimath wiederzusehen. In Rom fand er erst dielang vermißte Ruhe (1140). Sein Erscheinen in Italien machteEpoche in der Culturentwickelung der italienischen Juden. Obgleicheine gewisse Freiheit genießend, so daß die römische Gemeinde keiner-lei Abgaben unterworfen war, waren die Juden Italiens doch aufniedriger Bildungsstufe stehen geblieben. Den Talmud verstanden sienur in hergebrachter, geistloser Weise. Von richtigem Verständniß derSchrift hatten sie keine Ahnung, die neuhebräische Poesie bestand fürsie nur im Radebrechen des Hebräischen zu elender Reimerei. IhreMuster waren Eliescr Kalir's holperige Reimverse, die sie dennoch füretwas Unerreichbares erklärten"). Allem Aberglauben des Mittel-alters war ihr dumpfer Sinn geöffnet. Wie sehr stach gegen sie derspanische Reisende mit seinem Kunstgeschmack, seinem gesunden Sinneund seiner philosophischen Bildung ab! Auch der Zeitpunkt seinerAnkunft in Rom war günstig für die Erweckung einer höhern Cultur.Gerade um diese Zeit trat ein kühner Geistlicher, Arnold vonBrescia, mit der Behauptung auf, die Päpste regierten nicht imSinne des Evangeliums, es gezieme ihnen keine weltliche Herrschaft,sondern sie sollten wahrhafte Knechte in Demuth sein. Ein gewisserForschergeist, verbunden mit dem Streben nach Freiheit, erwachte inder Residenz des Papstes. Das Volk lauschte auf die begeistertenWorte des jungen Reformators. In einem allgemeinen Concile imLateran in den Bann gethan, mußte zwar Arnold die Flucht ergreifen,aber nur um im Triumph nach Rom zurückzukehren. Das römische Volkkündigte dem Papst den Gehorsam auf und erklärte sich zur Republik(1139 1143). In diese Zeit fällt Jbn-Esra's Aufenthalt in Rom.Sicherlich scharten sich Jünglinge und Männer um ihn, um den viel-gereisten, kenntnißreichen spanischen Weisen zu hören, und er wußtesie durch seine kurze, lebendige, treffende, geistvolle Sprache zu fesseln.

In Rom erschienen die Erstlingserzeugnisse des schon fünfzig-jährigen Jbn-Esra. Zunächst erklärte er die fünf Mcgillot. Seinerichtigen exegetischen Grundsätze hat er in den ersten Arbeiten geoffen-bart. Da, wo sein Heller Blick hindringt, schwindet alles Dunkel, esmüßte denn sein, daß er sich selbst die Augen verbindet, um dasRichtige nicht zu sehen, oder daß er sich stellt, als sähe er nichts.

ff Joseph Ezobi bei L.bu<1irliarll zu HuAuckall2) Jbn-Esra, Commentar zu Lollslst, ö, I.