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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Kreatur und ihre Aeußerungen ihrem wahren Wesen nach kenne.Nun giebt es neben einer bloß beziehungsweisen und scheinbarenMöglichkeit, wie die Sonnenfinsterniß welche für die Unkundigenbloß möglich, für die Astronomen aber eine Gewißheit ist einewahrhafte Möglichkeit. Solchergestalt sei eben die sittliche Freiheitdes Menschen. Gottes Wissen erkenne nun das Thun und das freieWollen nicht als eine Gewißheit, sondern als eine Möglichkeit. DieZurechnungsfähigkeit des Menschen stehe daher nicht im Widerspruchmit dem absoluten Wissen Gottes Z. In dieser Art baute sich AbrahamJbn-Dand das Judenthnm gedankenmäßig auf und glich es mit derZeitphilosophie aus.

Abraham Jbn-Dand war aber nicht bloß Religionsphilosoph,sondern auch gewissenhafter Geschichtsschreiber, und seine geschichtlichenNachrichten haben der jüdischen Literatur mehr Dienste geleistet alsseine philosophischen Arbeiten. Der nenausbrechende Kampf mit denKaräern Spaniens veranlaßte ihn, sich in deren Geschichte umznsehenund sie als Kampfesmittel zu gebrauchen. Dieselben hatten nämlichnach dem Tode des Kaisers Alsonso und dem wahrscheinlich darauferfolgten Sturze seines Günstlings Jehuda Jbn-Esra wieder ihr Haupterhoben und von neuem Streitschriften erlassen. Dagegen schriebAbraham Jbn-Dand und widerlegte besonders die Werke des JesuaAbulfarag so. S. 79). Darauf unternahm er, geschichtlich nachznweisen,wie das rabbinische Judenthum auf einer ununterbrochenen Kette vonUeberlieferungen beruhe, die von Mose anfängt und bis Joseph Jbn-Migasch hinabreicht. Zn diesem Zwecke stellte er die Reihenfolge dergeschichtlichen Träger der biblischen, nachexilischen, talmudischcn, sabu-räischen, gaonäischen und rabbinischen Zeit chronologisch zusammen(1161"). Er nannte dieses hebräisch geschriebene Werkdie Reihen-folge der Ueberlieferung" (Loäar da-lvabbalab). Von bedeutendemWerth sind seine Nachrichten von der Blüthezeit der spanischen Ge-meinden an, wozu er die Quelle des Samuel Jbn-Nagrela benutzteoder selbständige, geschichtliche Forschungen anstellte. Seine Angabensind kurz, aber äußerst genau und zuverlässig und lassen viel zwischenden Zeilen lesen. Sein hebräischer Styl ist fließend und nicht ohnepoetische Färbung. Zur Ergänzung dieser geschichtlichen Skizze schrieber eine kurze Geschichte Roms von der Gründung durch Romnlus bisans den westgothischen König Reccared aus arabischen und spanischenChroniken, und endlich die jüdische Geschichte während des zweiten

') Das. 96 f.

2) Das Datum giebt der Vers, selbst an bei der Geschichte der Saburäer.