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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn - Daud's Religionsphilosophie.

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den Mittelwesen erschaffen sei. Höchstens könne man annehmen, Gotthabe die Ursubstanz mit der Urform in's Dasein gerufen, die wesen-hafte Gestaltung der Welt aber sei sicherlich von den Mittelwesen aus-gegangen Z. Jedenfalls aber gehe die Erhaltung des Weltganzen unddie Fortdauer ihrer Ordnung, überhaupt die Veränderung in derWelt unter der Mondsphäre von den Mittelwesen aus.

Von diesen Voraussetzungen der Zeitphilosophie geht AbrahamJbn-Dand aus, um das Judenthum und seine Glaubensansichtenphilosophisch darzustellen. Die Geistigkeit der Seele, ihre Lösbarkeitvom Körper und Unsterblichkeit stünden so fest, daß die heilige Schriftdie Unsterblichkeit nicht einzuschärfen brauchte, weil sie dieselbe vor-aussetzte. Die Seele mit der Geisterwelt in innigem Zusammenhängewerde durch sie ' angeregt und gelange durch sie zu Kenntnissen undzur höchsten Stufe philosophischer Anschauung. Auf dem innigenZusammenhang der menschlichen Seele mit der Urvernunft beruhe dieOffenbarung Gottes an die Menschen vermittelst der Prophezeiung.Da das Wissen Gottes, der Geisterwelt lEngel) und der thätigenUrvernunft nicht in die Zeit falle, so daß Vergangenheit und Zukunftihnen eben so klar vorlägen, wie die Gegenwart, so sei auch die Seelevermöge ihrer Theilhaftigkeit an diesen Wesen für ein solches, dieZeitschranke überspringendes, einheitliches Wissen empfänglich. Derniedrigste Grad von Prophezeiung zeige sich schon in den TräumenIndem die Seele im Schlafe von den Störungen der sinnlichen Ein-flüsse befreit ist, vermöge sie die Ausstrahlungen von der Geisterweltungehindert auf sich einwirken zu lassen und das wahrhafte Wissenzu empfangen. Doch seien nicht alle Träume prophetischer Natur,sondern nur solche, welche ganze Völker und Reiche betreffen und vonhohen wichtigen Dingen erfüllt sind, weil sich darin die Losgebundenheitder Seele von den Einzelwesen und ihre Richtung auf's Allgemeine knnd-gebe. Dadurch seien die leeren Träume von den prophetischen zuunterscheiden. Jene seien von den Angelegenheiten des träumendenIndividuums und von Eiuzeldingen erfüllt. Prophetische Träumebilden aber erst den niedrigsten Grad von Prophezeiung, wozu keineanderweitige Vollkommenheit nöthig sei. Ein höherer Grad derProphetie sei aber das Schauen der zukünftigen Ereignisse und dasGewürdigtsein göttlicher Mittheilung in wachem Zustande.

Diese hohe Prophetenstufe erfordere aber eine von der Schlackeder Sinnlichkeit geläuterte Seele und zwar von der Geburt an, so

*) Das. S. 43. Vergl. darüber Guggenheimer, Religionsphilosophie desAbraham Jbn-Daud, Augsburg 1850, S. 44 ff.

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