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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-Daud's Religionsphilosophie.

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neue Gedanken zu Tage zu fördern; aber er war ein verständiger,klarer Geist, das Gegebene gründlich zu durchdringen und das Dunkelzu erhellen. Mit durchsichtiger Klarheit suchte er das Schwierigstedarzustellen und verständlich zu machen. Ihn beschäftigten die höchstenProbleme des menschlichen Geistes, und er konnte nicht begreifen, wieman sich sein Lebenlang mit Kleinigkeiten, selbst mit Sprachknnde,Mathematik, theoretischer Heilkunde oder Gesetzeslehre beschäftigenkönne, Fächer, welche nur einen beziehungsweisen Werth haben, undsein Augenmerk nicht auf die heiligste Lebensaufgabe richte. DieseAufgabe ist nach Jbn-Daud's Ansicht die philosophische Erkenntniß,weil sie Gott zum Inhalte hat. Nur um dessentwillen genieße derMensch, als das edelste der geschaffenen Wesen, einen Vorzug st. Erbetonte diesen Punkt mit vielem Nachdruck gegenüber einer Klasseseiner religionsgenössischen Landsleute, welche bereits ein gewissesMißtrauen gegen die Philosophie hegten. Jbn-Daud kannte auchrecht gut den Grund dieses Mißtrauens gegen die selbständige For-schung. Es giebt Manche in unserer Zeit, bemerkt er, welche sich einwenig in Wissenschaften umgethan haben, sie sind aber nicht im Stande,beide Lichter, das Licht des Glaubens in der rechten und das Lichtder Erkenntniß in der linken Hand zu halten. Da nun bei Solchendas Licht der Erforschung das Licht des Glaubens ausgelöscht hat,so glaube die Menge, daß sie überhaupt schädlich sei, und ziehe sichdavon zurück"). Im Judenthume aber sei die Erkenntniß Pflicht,darum dürfe man ihr nicht den Rücken kehren. Das Judenthumbrauche gar nicht die Philosophie zu scheuen, da seine Grnndlehrenmit ihr im Einklang stehen. Gott habe aber das israelitische Volkgewürdigt, ihm dasjenige ohne Mühe mitzutheilen, was die offen-barungslosen Völker erst nach zweitausendjährigen Geistesarbeitenerkannt haben st.

Jbn-Daud stellt einen Punkt auf, der die Nothweudigkeit derphilosophischen Forschung gebieterisch erweist. Die Frage, ob derMensch in seinen sittlichen Handlungen frei oder von der vorwissent-lichen Gottheit dazu genöthigt sei, könne ohne tiefe metaphysische Unter-suchung nicht gelöst werden. Das Judenthum lehre zwar die Willens-freiheit des Menschen, aber es finden sich auch in seinen QuellenAussprüche, welche dem zu widersprechen scheinen. Dieses Alles be-dürfe der Ausgleichung auf philosophischem Wegest. Jehuda Halevi'stiefe Arbeit, welche der Philosophie der Religion gegenüber eine unter-st 12illnits.Ii Lamsli. IVsil Franks, a. M. 1857. Hebr. Text, S.4446.st Das. S. 2; 83. st Das. 4; 103.st Das. 4; 103.

Graetz, Geschichte der Jude». VI.

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