Jehuda Jbn-Esra.
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Verfolgung Hinreißen, die einen Flecken an seinem Ruhme bildet. DieKaräer hatten sich seit ihrer letzten Verfolgung in Castilien (o. S. 80)wieder vermehrt und waren bemüht, ihren erloschenen Glanz wiederzu heben. Sie ließen die zahlreiche Literatur ihrer Lehrer im Orientund Egypten nach Castilien kommen und wurden dadurch in ihrertiefen Abneigung gegen das rabbanitische Judenthum bestärkt. Indieser Zeit hatte ein Karäer aus Constantinopel, Jehuda b. EliaHadassi, der sich ein Trauernder um Zion (Ha-Abel) nannte, vonneuem den Kampf gegen die Rabbaniten ausgenommen und verfaßteein umfangreiches Buch unter dem Namen Eschkol Ha-Kofer,,worin er die oft bestrittene Differenz zwischen den beiden jüdischenBekenntnissen wieder lebhaft anregte (1149 ^) und die Feindseligkeitvon neuem anfachte. Jehuda Hadassi schrieb mit vieler Leidenschaft-lichkeit in einer harten Sprache mit alphabetischen Akrostichen undeiner elenden eintönigen Reimerei. Dieses feindselige Buch mag auchnach Castilien gebracht worden sein und entzündete das Feuer desStreites von neuem. Anstatt die Streitschrift von einem tüchtigenKämpfer widerlegen zu lassen, nahm Jehuda Jbn-Esra den weltlichenArm in Anspruch und bat sich von dem Kaiser Alfonso die Gunstaus, die Karäer verfolgen zu dürfen. Er bedachte nicht, daß dasschlummernde Feuer der Verfolgungswuth nicht angefacht werden darf,wenn es nicht über kurz oder lang über dem Haupte der Verfolgerin Hellen Flammen zusammenschlagen soll. Mit des Kaisers Erlaubnißdemüthigte Jehuda Jbn-Esra die Karäer so sehr, daß sie nicht mehrihr Haupt erheben konnten ^s. Worin diese Demüthignng bestand, istnicht bekannt, wahrscheinlich wurden sie aus den Städten, wo Rabba-niten wohnten, ausgewiesen (1150—57). Indessen war die Be-günstigung der Juden in Castilien nicht von langer Dauer. Die Zeitennach dem Tode des Kaisers und seines ältesten Sohnes, Königs vonCastilien (1158), die Jehuda Jbn-Esra wahrscheinlich erlebt hat,waren trübe. Während der Minderjährigkeit des Jnfanten Alfonsoentbrannte ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen den adeligen Häusernder de Castro und de Lara, an dem sich die andern christlichen Königebetheiligten; das schöne Land wurde verwüstet, und die HauptstadtToledo zum blutigen Schauplatz gemacht. Die christlichen KönigeSpaniens waren nicht im Stande, ihre Grenzen gegen die fort-währenden Einfälle der Almohaden zu schützen und mußten den fana-tischen Ritterorden, die früher bestanden und von ihnen ins Leben
0 Sein Werk ist gedruckt Goslow (Eupatoria) 1836, aber defect. Berf.giebt selbst das Abfassungsjahr an.
2) Abraham Jbn-Daud.