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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die fanatischen Almohaden in Spanien. 157

was doch nicht im entferntesten an Götzenthnm anstreife. Einigetrösteten sich damit, daß sie nicht lange in diesem Zwange verharrenwerden; denn sie hofften, der Messias werde bald erscheinen und sieaus diesem Elend befreien Z.

Als Scheinmoslemim betrieben die maghrebisch-jüdischen Gelehrtensogar das Talmudstudium eifrig und versammelten in Lehrhäusern dielernbegierige Jugend ^), die aber auch der Korauanslegung beiwohnenmußte. Indessen konnten sich gewissenhaft-fromme Männer nicht langein dieser Zwiespältigkeit bewegen. Sie warfen die verhaßte Maskeab, bekannten das Jndenthum offen und erlitten dafür den Märtyrer-tod. Als Märtyrer von Maghreb wird ein Mann genannt, der alseine talmudische Autorität galt: Zehn da Hakohcn Jbn-Sussanaus Fez und er war nicht der einziges.

Der siegreiche Abdulmnmen begnügte sich aber nicht mit demBesitze der maghrebischen Länder, er betrachtete das schöne Andalusienals Anhängsel, das er den almoravidischen Statthaltern und denchristlichen Herrschern leicht entreißen zu können vermeinte. Die Er-oberung im mohammedanischen Südspanien war auch leicht, da ver-schiedene Parteien einander schwächten. Die Hauptstadt Andalusiens,Cordova, welche während des kurzen Zeitraumes von drei Jahrenachtmal die Herren gewechselt hatte, fiel endlich in die Gewalt derfanatischen Almohaden (Juni 1148), und ehe ein Jahr verging, warder größte Theil Andalusiens in ihren Händen. Und in allen Ge-meinden dieses Landstriches stellten sie den Juden die Wahl zwischenAnnahme des Islam, Auswanderung oder Tod und wüthetcn gegendie jüdischen Heiligthümer. Die schönen Synagogen, welche die Frömmig-keit, die Prachtliebe und der feine Geschmack der andalusischen Indenerbaut hatten, wurden ein Raub der fanatischen Zerstörungswut!).Der greise Rabbiner von Cordova, der philosophisch gebildete JosephJbn-Zadik, erlebte noch den traurigen Untergang der ältesten und an-gesehensten Gemeinde, starb aber bald darauf (Ende 1148 oder An-fang 1149 4). Die glanzvollen jüdischen Hochschulen in Sevilla undLucena wurden geschlossen. Der Sohn und Nachfolger des JosephJbn-Migusch, R. Meir, wunderte von Lncena nach Toledo aus undmit ihm alle diejenigen, welche im Stande waren, sich dem Zwangezu entziehen. Die Uebrigen machten es wie die afrikanischen Juden,fügten sich für den Augenblick dem Zwange, bekannten sich zum Schein

ff Das.

2) Joseph b Aknin citirt von Munk in ^.rvklvss Israoiitss I8S1, n- 327.

b) Saadia Jbn-Danan in Obsrnäa Osnass. x. 30.

Abraham Jbn-Daud.