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Geschichte der Juden.
Darauf mag sich eines seiner innigen, religiösen Gedichte beziehen, dasin den Mittelstrophen klagt:
„Mein Auge sehnte sich. Deinen Glanz zu schauen,
Aber als war' ich dessen unwürdig,
Konnte ich nur Deines Tempels Schwelle betreten.
Meines Volkes Leid mußte auch ich ertragen,
Wandere darum irr' umher,
Mag andern Wesen nicht dienen."')
Seine letzten Lebensschicksale sind unbekannt geblieben, wir wissen nur,daß er in Tyrus und Damaskus war. Die jüdische Gemeinde inTyrus nahm ihn ehrenvoll auf, und er prägte das Andenken an siein sein liebevolles Herz. In einem Gedichte an seinen lyrischen Freundklagte er über seine getäuschte Hoffnung, über seine geschwundeneJugend, über seine Verkommenheit, Verse, die sich nicht ohne Rührungüber die Mnthgesunkenheit eines so heldenmüthigeu Kämpfers lesen ^).In Damaskus dichtete er sein Schwanenlied ^), die herrliche Zionide,welche wie die Assaf-Psalmen Sehnsucht nach Jerusalem wecken.Sein Todesjahr und seine Grabstätte sind ebenfalls unbekannt. DieSage dichtete von ihm, er sei von einem mohammedanischen Ritterüberritteu worden, als er seine wehmnthsvolle Zionide sang^), undläßt ihn in Kephar-Kabul begraben sein''). Die gedrungene Grab-schrift, die ihm ein unbekannter Verehrer weihte, lautet:
„Frömmigkeit, Sanftmuth, Edelsinn,
Sprechen: wir sind mit Jehuda hin"°).
Sie drückt aber nicht den kleinsten Theil dessen aus, was diese ätherischeund doch gefestigte Persönlichkeit bedeutete. Jehuda Halevi war dasverklärte Bild des sich selbst bewußten israelitischen Volkes, das sichin seiner Vergangenheit und Zukunft gedanklich und künstlerisch dar-zustellen sucht.
') In Lsrsm Obsrasck IV. S. 25. Graetz, Blumenlese x. 11V. dir. 372) (Lass Oxlorcl, S 18 b.
2) Das. Vorrede p. IX. Anmerk. 1.ch Jbn-Jachja in Lobnlsobslst bn-Lg.bbs.ln.ö) 2nonto lloobnsin.
") 6luss Oxtorä p. 27. Graetz das. III.