Jehuda Halevi in Palästina.
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Kahira überkam ihn wieder die Lust, sich in Liebesliedern zu versuchenund es gelang ihm, obwohl nahe an sechzig, ganz vortrefflich. Ineinem Gedichte an Aaron AlLmLni vereinte er Heiterkeit der Liebes-gesänge, Lob auf den Freund mit seiner Sehnsucht nach der heiligenStätte i). Doch lange ließ es ihm keine Ruhe in Kahira, er eilte,nach der Hafenstadt Damiette zu kommen, wo er gegen den Fasttagdes Debet (December fl um 1141—42) eintraf. Viele Freunde em-pfingen ihn in dieser Stadt, vor Allem sein Freund Abu-SaidChalfon Halevi, ein Mann von großen Verdiensten. Ihm undden anderen Freunden widmete er schöne Denkverse. Die Freundeversuchten auch hier seinen Entschluß, nach Palästina zu reisen, wankendzu machen; sie schilderten ihm die Gefahren, denen er sich aussetzenwürde, und bemerkten ihm, daß sich auch an Egypten Erinnerungengöttlicher Gnadenwaltung in den Uranfängen der israelitischen Geschichteknüpfen 2). Er aber erwiderte: „In Egypten hat sich die Vorsehungnur wie in der Hast gezeigt, bleibenden Sitz hat sie erst im heiligenLande genommen" fl. Nun riß er sich endlich von den neuen cgyptischenFreunden und Bewunderern los, um seinem Ziele zuzueilen. Wohiner sich zunächst wendete, ist ganz dunkel.
In Palästina herrschten damals die christlichen Könige undFürsten, die Seitenverwandten des Helden Gottfried von Bouillon,und diese gestatteten den Juden wieder im heiligen Lande und sogarin der christlich gewordenen Hauptstadt zu wohnen. Die Gegend warzur Zeit von Jehuda's Reise keineswegs durch Kriegszüge beunruhigt,da die seit einem Menschenalter in Palästina angesiedelten Christen,die verweichlichten Pullanen, die Ruhe liebten und sie um jeden PreisVon den feindlichen islamitischen Emiren erkauften. Die Juden warenauch an den kleinen Höfen der christlichen Fürsten Palästinas angesehen,und ein christlicher Bischof beklagte sich, daß diese durch Einfluß ihrerFrauen sich lieber jüdischen, samaritanischen und saracenischen Aerztenanvertrauten, als lateinischen (christlichen fl, wahrscheinlich weil dieletzteren Quacksalber waren.
Jehuda Halevi scheint auch das Ziel seiner Sehnsucht erreichtzu haben und in Jerusalem gewesen zu sein, aber nur auf kurze Zeit.Die christlichen Bewohner der heiligen Stadt scheinen ihm viel zu-gesetzt und ihm den Aufenthalt in derselben verleidet zu haben.
fl Das. 100.
2) Das. 89, Nr. 27.
fl Das. 109, Nr. 43.
fl Das. 106 s.
fl Wilhelm von Tyrus llisloria, B. XVII, o. 3. zum Jahr 1161.