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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Fürst Abu Manßnr Samuel b. Chauauja, der ein hohes Amtam egyptischen Chalifeuhofe bekleidete, sandte ihm ein dringendesEinladungsschreiben, seine Gastfreundschaft in Kahira anznnchmen.

Abn-Manßur Samuel scheint Leibarzt des fatimidischen Chalifenvon Egypten, Al-Hafidh Leddin-Allah gewesen zu sein, der ihnwegen bewiesener Rechtlichkeit sehr hoch schätzte. Der Chalife hattenämlich einen nngerathenen Sohn Hassan, der als Wesir eine Plagedes Landes war. Der Vater wollte sich seiner entledigen und forderteseinen jüdischen und mohammedanischen Arzt ans, dem Sohne Giftzu geben. Der Jude, weigerte sich dessen hartnäckig und erwiderte:Ich verstehe mich nur ans Brechmittel, Kornwasser und dergleichen."Der mohammedanische Arzt ging aber darauf ein und räumte Hassanans dem Wege. Nach geschehener That aber scheint den Chalifendie Reue angewandelt zu haben, er verwies den Giftmischer, denjüdischen Arzt dagegen stellte er so hoch, daß er in seinem Palastewohnen mußte (um 1134 35^). In Folge dessen scheint Abu-Manßnr die Oberhoheit über die jüdisch-egyptischen Gemeinden mitdem Titel Fürst (iklaAiä) erhalten zu haben. Von diesem Mannewurde nun der pilgernde Dichter eingeladen. Jehuda Halevi konntediese schmeichelhafte Einladung um so weniger ablehnen, als ihmdaran lag, von dem jüdischen Fürsten, dessen Ruf weit verbreitetwar, Empfehlungsbriefe für seine Reise nach Palästina zu erhalten.Aber die Andeutung Abu-Manßur's, daß er ihn auch mit reichenGeldmitteln unterstützen wolle, wies er in einem Schreiben zart ab,indem ihn Gott mit Gütern so sehr gesegnet, daß er viel aus seinemHause mitgenommen, und noch Manches zurückgelassen habe" ^). DemBriefe folgte er selbst auf einem Nilschiffe nach. Der wunderbareFluß rief in ihm Erinnerungen ans der israelitischen Vorzeit wachund mahnte ihn an sein Gelübde. Die Erinnerung verewigte erdurch zwei schöne Gedichte^). Von dem Fürsten Abn-Manßur gast-lich in Kahira empfangen, sonnte er sich in dessen Glanze und besangdessen Freigebigkeit, Ruhm und drei edle Söhne ^). Einen ergebenenFreund fand der Pilger noch dort an dem Vorsteher des Lehrhanses,Nathan b. Samuel, dem er das größte Lob spendete^). In

*) Jbn-Alathir schwedische Uebersetzung I, x. 25.

2) Erster Brief Lstulab 110 ff. Wunderlich ist es von dem Manne,dessen Sehnsucht nach Zion ihn von seiner Heimath und dem Herzen derSeinen losgsrissen hat, anzunehmen, er habe sich in Egypten mit Handels-geschäften abgegeben. Der Passus in dem Briefe lLsimlab S. 112),woraus dieses Factum gefolgert wurde, ist sicherlich corrumpirt, da auch derReim nicht paßt.

°) Lstmlat 91. Das. 92, 98. >y Aas. gg, uz ff.