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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
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und rechtfertigte seinen Entschluß mit leidenschaftlichem Feuer.Habenwir im Morgen- oder Abendlande eine feste Stätte, wo wir sicherweilen dürfen?" macht er unter andern Gründen geltend Wiemit unsichtbaren Banden fühlte sich seine Seele zu der Urheimathhingezogen, er konnte sich ihnen nicht entwinden. Als er sein unsterb-liches Werk, den Dialog des Chozari, vollendet hatte (um 1141),dachte er ernstlich daran, die heilige Reise anzntreten. Eine Ver-änderung in seinen Lebensverhältnissen, die er nur andentet, beseitigtejede Bedenklichkeit. Er traf nun alle Vorkehrungen dazu. Nichtgeringe Opfer brachte er diesem bewunderungswürdigen, wenn auchabenteuerlichen Entschlüsse. Er tauschte sicheres, behagliches Leben fürUnruhe und Ungewißheit ein, er verließ seine einzige Tochter und seinenEnkel Jehuda, die er wie seinen Augapfel liebte. Er verließ das Lehr-haus, das er in Toledo gegründet, und einen Kreis von Jüngern, die erals Söhne liebte, und die ihn als Vater verehrten Er sagte Lebe-wohl seinen zahlreichen Freunden, die ihm neidlos als einer anerkanntenGröße huldigten, und von denen Einer sagte:Ganz Jakob bekenntsich zu Jehuda" ^). Aber dieses Alles schien ihm gering gegen dieLiebe zu Gott und zum heiligen Lande. Er wollte sein Herz zumOpfer auf der geweihten Stätte bringen und sein Grab in demgebenedeiten Staube finden ^).

Als er, mit reichen Mitteln ausgestattet, seine Reise antrat, glichsein Zug durch Spanien einem Triumphe. Seine zahlreichen Ver-ehrer in den Städten, die er durchzog, erschöpften sich in Aufmerksam-keiten gegen ihn. Der greise, philosophisch gebildete und dichtendeRabbiner Joseph Jbn-Zadik übereichte ihm im Namen der Freundeein Geschenk, begleitet von einem Huldigungsgedichte, das herzenswarmund tiefempfunden klingt. Er nennt ihn Vater des Gesanges, alswäre die Dichterin Debora seine Amme gewesen, und als hätte Agarihn erzogen.

Wer vermag zu Deiner Größe hinanzudringen?"

Jehuda wies das Geschenk taktvoll zurück und lehnte die Huldigungmit Bescheidenheit ab ^). In Granada bereiteten ihm die Freundeebenfalls einen schmeichelhaften Empfang, und der Rabbiner DavidJbn-Mohagar überreichte ihm einen reich verzierten Betmantel zum

*) Lstmlat S. 54 Nr. 4.

H Lsinlal 62 und Luzzatto's Anmerk. Muss 45 und Orient 1850. 474,Divan 73.

2) Nidjs.lia.ckiiii (m-mmL.) Divan 143.

Seine Liedersammlung, 1, 36.

Lstuls.1 58 f.