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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Seine Zioniden.

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aZ. Man erkennt an Wort und Wendung den großen Meister, dermit wenigen kühnen Zügen ein vollendetes Bild zu zeichnen vermag.Seine Naturschilderungen dürfen den besten, welche die Poesie in allenSprachen geschaffen, an die Seite gesetzt werden. Man sieht dieBlumen sprießen und glitzern, mau schlürft iu vollen Zügen denBalsam ein, mit dem seine Verse dnrchduftet sind. Die Zweige er-liegen der Last ihrer goldenen Früchte, die Sänger der Luft hörtman Liebeslieder anstimmen, er malt Sonnenschein und Luftkühlungmit meisterhafter Hand. Beschreibt er den Aufruhr eines sturm-bewegten Meeres, so theilt er seinen Lesern die ganze Erhabenheitund Angst mit, die er empfunden"). Aber das alles spiegelt denKern seiner großen Seele nicht ab, es war nur gewissermaßen derTribut, den er der menschlichen Seite und der Mode gezollt hat.Nicht einmal seine religiösen Dichtungen, in denen er an Fruchtbarkeitseinem altern Kunstgenüssen Mose Jbn-Esra nicht nachstand erdichtete deren dreihundert vielmehr an Tiefe, Innigkeit und Form-glätte ihn wie alle seine Vorgänger bei weitem übertraf, offenbarenseine wahre Dichtergröße. Jehnda Halevi's Bedeutung als Dichterliegt in seinen national-religiösen Schöpfungen. Da, wo er aus derTiefe seiner Dichterbrust schöpfte, wo sein ganzes Wesen in Begeisterungaufgeht, wo er Zion und seine einstige und zukünftige Herrlichkeitbesingt, wo er über seine jetzige Knechtsgestalt sein Haupl verhüllt,da ist seine Dichtung Wahrheit, da ist nichts Gekünsteltes, nichts Ge-machtes, Alles ist tief empfunden. Jehnda Halevi's Zioniden (Gesängevon Zion) erinnern unter allen neuhebräischen Dichtungen am meistenan die Psalmen. Wenn er seinen Schmerz um Zion's Witwenschaftaushaucht, oder wenu er vou Zions künftigem Glanze träumt, wiees mit seinem Gotte und seinen Kindern vereint sein wird, glaubtman einen Korachiden zu hören. Jehnda Halevi's reif gewordeneMuse hatte ein großes Ziel: Israel, seinen Gott und seine Heilig-thümer, seine Vergangenheit und Zukunft, seine Hoheit zu besingenund seine Niedrigkeit zu beweinen. Er war Nationaldichter, darumergreifen seine Lieder jeden Leser mit unwiderstehlicher Gewalt. Jbn-G'ebirol's Klagen um die eigene Verlassenheit vermögen nur schwachesInteresse zu erregen; Mose Jbn-Esra's Schmerz über unglücklicheLiebe und deren Folgen lassen kalt; dagegen Jehnda Halevi's Trauerum seine Herzensgeliebte Zion lassen kein fühlendes Herz ungerührt.

Jehnda Halevi's Nationalpoesie erhält einen um so höhern Werth,

st Divan 135, 137, 138, 141.

st Oiuss Oxkorck 41. Die Seestücks in llstmlsck 86 und Orient 1851, 462