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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

weisen. Die jüdische Nation hat ihm längst die Lorbeerkrone derPoesie und den Preis inniger Frömmigkeit und fleckenloser Sittlichkeitzuerkannt.

Rein und wahrhaft, sonder MakelWar sein Lied wie seine Seele.

Als der Schöpfer sie erschaffen.

Diese Seele, selbstzufrieden

Küßte er die schöne Seele,

Und des Kusses holder NachklangBebt in jedem Lied des Dichters,

Das geweiht durch diese Gnade'").

Sein tiefsittlicher Ernst war mit Lebensheiterkeit verbunden. DieBewunderung, die ihm zu Theil wurde, störte seine Bescheidenheit nicht,und bei aller Hingebung an Freunde wahrte er sich sein Eigenthum,seine Selbstständigkeit der Anschauung. Seine reichen Kenntnissegruppirten sich um einen Mittelpunkt, und wie sehr er auch Dichterim schönsten Sinne des Wortes war, hatte er doch ein lebendigesBewußtsein von seinen Gefühlen, Gedanken und Handlungen. Erschrieb sich selbst Regeln vor und blieb ihnen getreu. Bei aller tiefenEmpfindung war er weit entfernt von Schwärmerei.

Jehuda Halevi's äußere Geschichte hat nichts Außerordentliches.Im christlichen Spanien geboren^), besuchte er die Lehranstalt desAlfußi zu Lucena, weil Castilien und Nordspanien überhaupt damalsnoch arm an talmudischen Autoritäten war. An der Grenze desKnabenalters weckte ihn, gleich Jbn-G'ebirol, die Muse, aber nichtgleich diesem mit wehmuthsvollen Accorden, sondern mit heitern,lebensfrohen Weisen. Er besang die glücklichen Erlebnisse seinerFreunde und Mitjünger, die Hochzeit des Jbn-Migasch, die Erstgeburtim Hause des Baruch Jbn-Albalia (um 1100). Das Glück lächeltediesem Liebling der Muse von Jugend au, und kein schriller Mißtonentfuhr seiner Sängerbrust. In Südspanien wurde er mit der edlenund kunstliebenden Familie Jbn-Esra in Granada bekannt. Als ererfuhr, daß Mose Abu-Harun von Liebesgram und Selbstverbannunggetroffen war, versuchte der junge Dichter den altern Kunstgenossen

fl Heine, RomanzeroJehuda b. Halevi".

-) Toledo war sicherlich nicht seine Geburtsstadt, da diese Stadt erst 1086von Alfonso VI. erobert wurde, und diese Provinz von jüdischen Schriftstellernimmer noch Sefarad genannt und von Castilien und Leon genau unterschiedenwurde. Toledo wurde nie zum LandeEdom", zum christlichen Spanien,gerechnet.