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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Inden.

Wie, haben auch die Eltern mir die Treue gebrochen? Da ver-nahm ich ihre lautlose Mahnung; sie wiesen mir zur Seite meinenPlatz an*).

Er versöhnte sich erst mit den Brüdern, als seine Jugendgeliebtean der Geburt eines Knaben starb <1114). Auf dem Todtenbettehatte sie seiner in Liebe gedacht, und ihre Worte, die ihm eine heiligeErinnerung waren, brachte er in elegische Verse, die, weil wirklichempfunden, poetischer sind als seine übrigen Dichtungen:

Schreib' meinem Oheim auch, der um mich gelitten,

Verzehrt von heißer Liebesschmerzen Gluthen.

Ein Fremdling wandert er irr umher,

Daß tief ihm der Drangsal Wunden bluten,

Er sucht des Trostes Kelch, nun muß des LeidensZum Rand gefüllter Kelch ihn überfluthen"^).

Diese Elegie schickte Mose Jbn-Esra seinem älteren Bruder zu,und das war der erste Schritt zu ihrer Versöhnung. Als seineBrüder nach und nach von der Erde schieden, zuerst Abulhassau Jehuda,dann der älteste Isaak und endlich der jüngste Abulhagag (nach 1120),konnte sich der Ueberlebende vor Schmerz nicht fassen und weihteihrem Andenken tief empfundene Verses. Mose Jbn-Esra behieltseine Dichterkraft bis ins hohe Alter und noch kurz vor seinem Tode(1138) dichtete er ein poetisches Trostschreiben an seine Freunde Abn-Amr und Abn-Jbrahim Jbn-Maschkahan, denen der Tod die Mutterentrissen4). Jehuda Halevi widmete ihm einen seelenvollen Nachrufs).

1) Sein Divan Nr. 118 in Lsrsru Obsrusck das. S. 89.

2) Das. Nr. 177. Geiger jüdische Dichtungen Text S. S. Uebersetzung S. 13.

6-io.ss Oxlorck p, VIl. Note 7, Oibrs Ollacliamilu S. 32 f.

Das. S. 46. Xsrsiu Ollsrnsä a. a. O. 89, 92.

°) (Hass x. XI.