zwölften Jahrhunderts: JsaakAlfLßi 1103 (10. Siwan — 19. Mai*)und Raschi zwei Jahre später 1105 <29. Tamus — 13. Juli"),inmitten der Beschäftigung mit der Ausarbeitung seiner Talmud-commentarienst. Beide hinterließen eine zahlreiche Jüngerschar, welchedem tieferen Talmudstudium eine weite Ausdehnung gab. Beidewurden von den Zeitgenossen wie von der Nachwelt hochverehrt. DieBewunderung der Spanier für AlfLßi sprach sich ihrer hohen Bil-dungsstufe gemäß in wohlgesetzten Versen, die der deutschen undnordfranzösischen für Raschi auf ihrer niedrigen Culturstaffel inübertreibenden Sagen ans. Zwei junge Dichter, Mose Jbn-Esraund Jehuda Halevi, setzten in rührenden Elegien um AlfLßi's Todihm ein schönes Denkmal. Der letztere, kaum zwanzigjährige, sangvon ihm:
„Dir bebten Berg' an Sinat's Tag entgegen,
Der Engel Schar traf Dich auf Deinen Wegen,
Und schrieb Dir Lehren ein in Herzenstafeln,
Der Kronen reichste sie um's Haupt Dir legen" st.
Raschi wird von der Sage durch folgende Züge verherrlicht:Sein Vater Isaak habe einen seltenen Edelstein besessen, den dieChristen zu einem Auge für ein Madonnenbild hätten erwerbenWollen, er aber mochte ihn auch nicht um den höchsten Preis ver-kaufen, weil sein frommer Sinn sich gesträubt habe, ihn zu einemabgöttischen Zweck verwenden zu lassen. Durch List hätten ihn aberdie Christen auf ein Schiff gelockt und ihm unter Todesandrohungenden Edelstein abnöthigen wollen. Der fromme Vater Raschis habeihn aber rasch in die Meeresflnthen geworfen. Zur selben Zeit habesich im Lehrhause zu Trohes eine wunderbare Stimme hören lassen:„Dir Isaak wird ein Sohn geboren werden, der wie ein HellerEdelstein leuchten wird." In demselben Jahre sei auch Raschi ge-boren worden. Im dreiunddreißigsten Lebensjahre habe dieser einWanderleben augetreten, theils um das sündhafte Bedauern seinesVaters um den Verlust seines Edelsteins abzubüßen, und theils um
st AlfLßi's Todestag hat Prof. Luzzatto richtig ermittelt Lsrsrri Olrsrasä V,93 und Lilrlrarou S. 72 /?. Eine Stütze dafür ist, daß AlfLßi's Jünger
im Monate Sirvan zu seinem Nachfolger für die Lucener Gemeinde ernanntwurde, nach Abraham Jbn-Daud.
st Nach einem parmesanischen Raschi-Codex bei S. Bloch: Leben Raschi'sS. 18,Note 1 und an andern Stellen.
st Vergl. zu Nalrkot 19 d.
st Die Elegien auf AlfLßi sind in einigen Ausgaben von dessen Halaoliotabgedruckt und in andere Werke übergegangen. Graetz, Blumenlese neu-hebriiischer Dichtungen Bd. 2. x. 75. 5.
Graetz, GeWchte der Juden. VI. 7