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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Die Kreuzzügler in Jerusalem.

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nach deren Besiegung von den Griechen. Es scheint, daß sie, ihrerHabe beraubt, die Auswanderung aufgegeben haben. Denn der zeit-genössische Geschichtsschreiber erzählt noch Manches von den böhmischenJuden, so daß einer unter ihnen, Namens Jakob, eine hoheStellung als Stellvertreter des Herzogs einnahm ^).

Schlimmer noch erging es den Juden von Jerusalem. Als dasKreuzheer unter Gottfried von Bouillon nach vielen Mühseligkeitendie heilige Stadt mit Sturm genommen und ein Blutbad unter denMohammedanern angerichtet hatte, trieb es die Juden, Rabbanitenund Karäer untereinander, in eine Synagoge, steckte sie in Brandund bereitete ihnen einen qualvollen Tod (15. Juli 1099"). Daselfte Jahrhundert endete für die Söhne Jakobs eben so blutig, wiecs begonnen hatte. Dem Kaiser Heinrich war es aber mit der Be-schützung der Juden seines Reiches völlig Ernst. Er ließ bei seinerAnwesenheit in Mainz, als er den Schauplatz haarsträubender Mord-scenen gewahrte, Fürsten und Bürger einen Eid schwören, daß sieden Juden Frieden gewähren und sie nicht mißhandeln lassen würden(1103 2). Der Schutz, den der Kaiser den Juden bewilligte, war fürsie nur für den Augenblick von günstiger Bedeutung, hatte aber nach-theilige Wirkungen in seinem Gefolge. Sie kamen dadurch in einabhängiges, der Leibeigenschaft verwandtes Verhältniß znm Landes-herrn.

Dieser Umstand war aber nicht die einzige üble Folge des erstenKreuzzuges für die deutschen Juden. Auf der einen Seite beanspruchteder Papst Clemens III. die unter Todesfurcht Getauften für dieKirche, uneingedenk dessen, daß sich ihr ganzes Wesen dagegenempörte und sie nur Verachtung und Haß gegen ein solches Christen-thum empfinden mußten. Auf der andern Seite wollten sie diefrommen, treugebliebenen Juden von sich stoßen, sie nicht mehr alsihresgleichen anerkennen, sich nicht mit ihnen verschwägern, sich nichtmit ihnen in Speise und Trank mischen, obwohl sie ihre Anhänglichkeitan das Judeuthnm durch ihre sofortige Rückkehr hinlänglich bekundethatten. So wurden diese Unglücklichen von zwei Seiten als Abtrünnigeund als Geächtete angesehen. Als aber diese engherzige AnschauungRaschi zu Ohren gekommen war, sprach er in seiner innigen Frömmig-keit sich entschieden dagegen aus:Ferne sei es uns, uns von denZurückgebliebenen abzusondern und sie zu beschämen! Alles was sie

st Das. x. 112, 125, 1828 aus den Jahren 1107, 1122, 1124.

st Elmacin bei Willen, Geschichte der Kreuzzügs I. S. 296; Renaud inUiebaaä's bibliotbsqas «Iss oroisaäsg IV. 92 nach Jbn-G'uzü

st Onris, NoAnntias bei Pertz a. a. O. IV. 60.