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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
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kamen. Ein gelehrter Mann Isaak Halevi, den die Wallbrüdergemartert nnd in der Betäubung getauft hatten, begab sich, nachdemseine Wunden geheilt waren, nach Köln in sein Haus, bestellte dasselbennd stürzte sich daun in den Rhein. Die Wallbrüder machten einförmliches Geschäft daraus, die Juden aufzusuchen. Sie begaben sich(Freitag 4. Tamus 27. Juni) in das Dorf Aldenahr, um mitden dortigen Flüchtlingen wie mit den andern zu verfahren. DieJuden hatten aber Wind davon bekommen und gelobten einander, lieberdurch eigne Hand zu sterben. Fünf beherzte Männer wurden ausgewählt,die andern und dann einander zu entleiben. Sie thaten es bei ver-schlossenen Thüreu, und der Letztgebliebene mit Namen Peterb. Joez,stieg auf einen Thurni nnd stürzte sich von da hinab. Nur zwei Jünglingeund zwei Kinder, denen das Messer nicht tief genug in den Hals gedrungenwar, genasen von der Wunde und blieben am Leben. Die Wallbrüderfanden also da nichts mehr zu tödten und zogen nach einem andernOrte (Sinzig?), kamen aber so spät an, daß die Juden bereits denSabbat feierten. Aber die Nacht störte sie nicht in ihrem blutigenHandwerke; die Juden dieses Ortes hauchten ihr Leben aus mit demWeihsegen (Liäuscrb) für den Sabbat auf den Lippen. Ein Franzosehatte ihnen mit erschreckendem Gleichmuth die Art gezeigt, wie sie sichentleiben und zugleich ihr Grab finden sollten. Er höhlte die Erdeaus, stellte sich hinein und tödtete sich; die Andern thaten es ihm nach.

Die Flüchtlinge von Köln in Mörs glaubten schon der Gefahrentronnen zu sein; denn die Stadt war befestigt und der Commandanthatte ihnen Schutz zugesagt, auch wenn er sein Leben dafür einsetzenmüßte. Aber plötzlich erschien eine zahlreiche Kreuzzüglerschaar vorMörs und verlangte mit Ungestüm die Auslieferung der Juden(Montag 7. Tamus 30. Juni). Der Stadthauptmann zweifeltean erfolgreichem Widerstand und versuchte einerseits die Wallbrüderum Aufschub ihres Angriffs zu bitten und andrerseits die Juden zurBekehrung zu bewegen. Er überzeugte die Letztem:, daß er die Stadtunmöglich vertheidigen könne. , Darauf erwiderten sie ihm: sie seienalle bereit, für ihren Glauben zu sterben. Auch ein Schreckmittel, daser angewendet, um sie zum Nachgebeu zu bewegen, machte keinen Ein-druck auf die standhaften Juden. Da ließ sie der Stadthauptmannvereinzelt in Gewahrsam bringen, um sie den Wallbrüdern lebend zuüberliefern; denn es war kein Geheimniß mehr, daß die Juden liebereinander tödteten, als sich der gewaltsamen Taufe zu fügen. In Mörsselbst hatten zwei Frauen, die eine siech, die andere eine Wöchnerin ein junges schönes Mädchen geschlachtet, das neugeborene Kindmit der Wiege vom Thurme zur.Erde geschleudert und daun sich