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Geschichte der Juden.
der Zustimmung von Seiten des Himmels betrachteten. Jndeß fielnur ein Mann und eine Frau an diesem Tage als Opfer. Derfromme Mann Mar-Isaak ging freiwillig in den Märtyrertod, erwollte sich nicht retten und blieb im Gebet versunken in seinem Hausesitzen, ließ sich von dem Gesindel in die Kirche schleppen, und als ihmdas Krucifix hingehalten wurde, spie er darauf und wurde getödtet.Die übrigen Kölner Juden blieben in den Häusern der Bürger undin dem Palaste des Bischof's verschont. Der edle Bischof Herman III.,dessen Name der Nachwelt zur Verehrung überliefert zu werden ver-dient, ließ sogar die Juden heimlich aus Köln entfernen und in dieihm gehörigen sieben Städte und Dörfer zur Sicherheit nnterbringen.In Neuß, Wevlinghofen, Stadt und Dorf Aldenahr,Mörs und Kerpen brachten sie drei Wochen (vom 3.—24. Juni)in banger Erwartung zu. Sie beteten viel und fasteten täglich, jain den letzten Tagen, als sie hörten, daß die Wallbrüder nach Neußzum Johannisfest (1. Tamus — 24. Juni) kommen sollten, fastetensie zwei Tage hintereinander. Aber der Himmel schien taub gegenihr inbrünstiges Flehen. Die Kreuzfahrer hatten sich am Johannistagdurch die Messe zu neuem Morden gestärkt und schlachteten an dem-selben Tage sämmtliche Inden, welche in Neuß Zuflucht gefunden(nach einer nicht ganz verbürgten Nachricht zweihundert an der Zahl).Einen Mann, Namens Samuel b. Ascher, der wahrscheinlich dieUebrigen zur Standhaftigkeit ermahnt hatte, mißhandelten die Mörderauch nach dem Tode sammt seinen zwei Söhnen und hängten dieLeichname vor seiner Thüre ans.
Die Mallbrüder hatten endlich die Spur der Kölner Inden auf-gefunden und suchten dieselben in ihren Zufluchtsstätten auf. EineSchar drang Tags darauf nach Wevlinghofen (an der Erft,südlich von Köln) und mordete die jüdischen Flüchtlinge aus Köln.Darunter wird namhaft gemacht: Levi b. Samuel nebst seinerganzen Familie und eine Greisin Rachel, welche den Andern dasBeispiel des Opfermnthes gegeben hatten. Viele hatten ihrem Lebenin Seen und Sümpfen ein Ende gemacht. Ein gelehrter GreisSamuel b. Jechiel gab das Beispiel dazu. Er schlachtete seinenschönen, kräftigen Sohn mitten im Wasser, sprach den Segen dazu,und das Opfer fiel mit „Amen" ein, während die Umstehenden ihr„Höre Israel" anstimmten und sich in's Wasser stürzten. Der Greisreichte nach der verzweifelten That einem andern Jüngling, NamensMenahem (einem Synagogendiener) sein Messer und ließ sich vonihni tödten. — Tags darauf kam die Reihe an die Flüchtlinge inAldenahr (an der Ahr, unweit Bonn), die auf dieselbe Weise um-