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Geschichte der Juden.
eine kurze Frist zur Berathung aus. Vor deni Palaste harrten dieWallbrüder, um die Juden entweder in die Kirche oder in den Todzu führen. Als aber die Zeit abgelaufen war, und der Bischof dieThür öffnen ließ, fand er sämrntliche Juden im Blute schwimmen. Siehatten den Tod durch Bruderhand vorgezogen. Bei der Nachrichtdavon fiel die rasende Menge über die Uebriggebliebenen her,mordete die Lebenden und schleifte die Leichen auf den Straßenumher. Nur Wenige retteten ihr Leben durch die scheinbare An-nahme des Christenthums (Sonntag, 1 Siwan — 25. Mai). EinJüngling, Simcha Kohen, der durch die Wallbrüder seinen VaterMar-Isaak und seine sieben Brüder verloren hatte, wollte nicht un-gerächt aus der Welt scheiden. Er ließ sich in die Kirche führenund im Augenblick, als er das Sacrament empfangen sollte, zog erein verborgen gehaltenes Messer hervor und erstach damit einenNeffen des Bischofs. Er wurde, wie er es nicht anders erwartethatte, in der Kirche zerfleischt. Erst als die Kreuzzügler die Stadtverlassen, wurden die jüdischen Märtyrer von Worms von jüdischenHänden bestattet, und die Todtengräber zählten beinah achthundertLeichen, nahe an 140 Familien, darunter auch die Söhne und Jüngerdes Isaak Halevi, der lothringischen Autorität. Das Andenken andie Märtyrer oder Heiligen (Leäoselnoa) erhielt die Gemeinde H, diesich später bildete, zur Verehrung und zum Muster in Glaubens-standhaftigkeit.
Den Tag nach der Niedermetzelung des Restes in Worms trafdie Krenzschar in Mainz ein. Hier war ihr Anführer ein GrafEmmerich oder Emicho von Leiningen, ein naher'Verwandter desErzbischofs Ruthard, ein gewissenloser, blutdürstiger Mann. Jhij,gelüstete ebenso sehr nach den Reichthümern der Mainzer Inden, alsnach deren Blut, und er scheint mit dem Erzbischof, einem Haupt-gegner Heinrich's IV., zu diesem Zwecke eineu teuflischen Plan ver-abredet zu haben. Der Erzbischof lud sämmtliche Inden ein, inseinem Palaste Schuch zu suchen, bis der Sturm vorüber sein werde.Darauf übergaben sie ihre Schätze Ruthard, und in seinem Hofeund dem Söller des weitläufigen Gebäudes lagen über 130st Judenmit bangem Herzen und in inbrünstigem Gebete. Aber schon mitTagesanbruch (Dienstag, 3 Siwan — 27. Mai) führte Emmerich
st Memorbuch der Wormser Gemeinde: von den umgekommenen Gelehrtenwerden nahmhaft gemacht: R. Isaak b. Eliakim, beim Lesen des Talmuderschlage»: Jakob, Samuel, Ascher,' wohl Söhne des Isaak Halevi;Isaak b. Meir und Jakob b. Simson; vergl. A. Adler in Jost's, Annalen