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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Tage Reuezeit gegeben werden, damit er den Schritt nicht voreiligthue; der jüdische Täufling verliert seinen Erbschaftsantheil. Ineinem Prozesse zwischen Juden und Christen, soll nach jüdischemRechte verfahren und vereidet werden. Zn den Ordalien der Feuer-unv Wasserprobe dürfen sie nicht gezwungen werden. Diese Urkundewurde von Heinrich IV. für die speier'sche Gemeinde ausgestellt(19. Februar 1091 Z. Sechs Jahre darauf wurde sie von geweihtenStreitern für den heiligen Krieg verhöhnt; denn nicht die Bürgerund nicht die Ritterschaft hatten etwas gegen die Juden, sonderneine zügellose Horde. Die deutschen und nordfranzösischen Judenwaren damals gerade voller Messiashoffnnngen. Ein Mystiker hatteausgerechnet, der Sohn David's werde sich gegen Ende des 256 tenMondcyclus, zwischen dem Jahre 4856 und 64 (10961104s offen-baren^ und die zerstreuten Söhne Jnda's nach dem gelobten Landeführen. Aber statt der Posaunen der messianischen Erlösung hörtensie das wilde Geschrei der Wallbrüder:die Juden haben unfernHeiland gekreuzigt, sie müssen sich zu ihm bekehren oder sterben."

Die ersten Scharen der Krenzzügler, die eine von dem be-geisterten, frommen Peter von Amiens und seinen acht Rittern, dieandere von dem Presbyter Gottschalk angeführt, fügten den Indenkein besonderes Leid zu; sie plünderten Inden und Christen gleicher-weise. Aber die nachfolgenden Schwärme, die aus dem Auswnrfeder französischen, englischen, lothringischen und flandrischen Länderbestanden, begannen das heilige Werk des Mordens und des Plündernsin Ermangelung der Mohammedaner mit den Inden. Es war diesesein schamloses Gesindel, Männer und Weiber vermischt, welche sichden frevelhaftesten Ausschweifungen überließen ^). Aber diese laster-haften Wallbrüder waren geweihte Streiter, die Sünden waren ihnenalle vergeben, die vergangenen wie die zukünftigen. Sie galten alsunverletzbare Personen. Ein Mönch warf den zündenden Gedankenunter diese Bande, daß die Inden mit Gewalt zum Christenthnmegezwungen werden müßten; eine Schrift, die auf Jesu Grab gefundenworden, mache dieses den Gläubigen zur Pflicht. Dieser Gedankeschien den wilden Kreuzbrüdern ebenso vortheilhaft, wie leicht faßlichund gottgefällig. Sind doch die Inden ebenso ungläubig wie dieSaracenen, beide Erzfeinde des Christenthums! Der Kreuzzug kannja auf der Stelle beginnen, wenn mit den Inden der Anfang gemacht

st Das.

2) LUsssr 5 dlntlian Lontrss der Leiden von 1096 Eingang nnd mehrereLiturgieen.

st lieber alles den ersten Kreuzzug Betreffende vergl. Note 5.