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Geschichte der Juden.
und Jbn-G'anach's Werke dagegen, weil sie in arabischer Spracheverfaßt waren, blieben ihm fremd. Daher sind seine grammatischenBezeichnungen unbeholfen und öfter dunkel. Dennoch ist kein Kom-mentar zur heiligen Schrift so populär geworden, wie Raschi's, sodaß es eine Zeit gab, in der Viele ihn mit dem Texte wie einZwillingspaar eng verbunden hielten, jedes seiner Worte wurde weit-läufig erklärt und beleuchtet. — Raschi war auch liturgischer Dichter,wie es denn damals Mode war, hebräische Verse zu machen. PoetischenWerth haben aber seine Verse nicht. Die französisch-deutsche Schulewar groß in der Gedankenentwickelung, entbehrte aber den Schön-heitssinn.
Diese Schule, welche von R. Gerschom aus Mainz begründetwurde, hob Raschi zu hoher Bedeutung. Sein Geist ging auf seineSchwiegersöhne und Enkel über, welche seinen vorzüglichen Jünger-kreis bildeten. Er hatte nämlich keine Söhne, nur drei Töchter, vondenen eine im Talmud so gelehrt war, daß sie während der Krankheitihres Vaters die eingelanfenen talmudischen Anfragen vorlas und dieihr dictirte Antwort zu Papier brachte^). Sämmtliche drei Töchterwurden an gelehrte Männer verheirathet und brachten gelehrte Söhnezur Welt. Der eine Schwiegersohn Raschi's R. Melr aus Ramarü(unweit Trohes) war der Vater dreier ausgezeichneten Söhne; derzweite hieß R. Jehuda b. Nathan, und der Name des drittenist unbekannt. Durch Raschi und seine Schule wurde das nördlicheFrankreich, die Champagne, die Heimath des Talmud wie früherBabylonien. Es wurde darin tonangebend in Europa. Die fran-zösischen Talmudkundigen wurden selbst in Spanien gesucht und reich-lich für ihren Unterricht belohnt"). Die Führerschaft, welche dasjüdische Spanien von Babylonien übernommen hatte, mußte es seitRaschi's Zeit mit Frankreich theilen. Während jenes das klassischeLand für die hebräische Poesie, Sprachkunde, Exegese und Philosophieblieb, mußte es diesem die Palme der talmudischen Gelehrsamkeitüberlassen.
Zwei Männer in Spanien haben in dieser Zeit sich ausschließ-lich mit Grammatik und Bibelknnde beschäftigt, und wenn sie auchdiese Fächer nicht besonders bereichert, so haben sie dieselben dochlebendig fortgepflanzt: Mose b. Samuel I b n-G'i ka t i lla ansCordova und Jehuda Jbn-Balam aus Toledo (blühte um 1070 bis
U Uarckss. p. 33 ck.
2) Alfaßl Rssxonsa dlo. 223.